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Bô Yin Râ - Forum
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Dieses Thema hat 7 Antworten
und wurde 589 mal aufgerufen
 Das Mysterium von Golgatha
christoph ( gelöscht )
Beiträge:

26.03.2010 19:08
"Anfrage..." antworten

Dies soll keine klassische Thread-Eröffnung sein im eigentlichen Sinne, sondern vielmehr eine sehr persönliche Äußerung von mir im Sinne einer Tagebuchnotiz. -

Das Kapitel "Der furchtbarste unserer Feinde" aus diesem Buch endet bekanntlich mit den Worten:
"Es wird die allergrößte, allem anderen übergeordnete Aufgabe kommender Generationen werden, die in jedem einzelnen Erdenmenschen tief verborgene geistige Weisheitsquelle nützbar zu machen für das irdische Wohl, - ganz davon abgesehen, welche Wirkung die aus dieser Quelle geschöpften Erkenntnisschätze im unvergänglichen Leben der erdenleibesledigen Seele schaffen!
Erst dann aber, wenn der Mut erwachen wird, allen Unrat zu entfernen, den Verstandesdünkel über dieser Quelle aufzuhäufen pflegte durch Jahrtausende hindurch, wird sie der Mensch der Erde wieder in den kaum erahnten Tiefen seines Fühlens finden." (M.v.Golgatha, 65/66)

Jetzt anzufügen, daß mich diese Stelle aus dem Hortus Conclusus derart berührt und beschäftigt wie nur wenige andere, erscheint überflüssig. Ebenso, daß mein berufliches Tun glücklicherweise schon sehr in diese Richtung geht, daß Frankls Logotherapie ganz erstaunlich viel damit zu tun hat (er war m.W. kein BYR-Leser im äußeren Sinne), ebenso: daß Kunst, künstlerisches Schaffen sowie "Therapie", sofern sie nicht in der Exploration tierseelischer Phänomene und Sensationen stecken bleibt, was vorläufig leider für die allermeisten Schulen und Richtungen auf diesem Felde gilt, - das alles will ich hier nur andeuten.

Es geht mir nur darum, diese "Anfrage", wo jene Menschen sind, die ähnlich wie ich an diesem Punkt in Bô Yin Râs Lehrwerk innerlich und evtl. auch schon äußerlich engagiert sind, an dieser einen Stelle einmal ins weltweite Netz gestellt zu haben.
Die Betreffenden wissen Bescheid.

Christoph

O-I-A ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2010 12:34
#2 RE: "Anfrage..." antworten

Weiß ich Bescheid? Keine Ahnung! Hoffe, es langweilt dich nicht:

Jeder Mensch, der aus dem Willen zur Umkehr und Rückkehr an dieser Verwirklichung für sich arbeitet, dient bereits allen, unabhängig davon, ob ihm das bewusst ist oder der an sich arbeitende Mensch äußerlich erkennbare oder verwertbare Merkmale dieser Wirkung wahrnimmt bzw. erhält oder nicht.

Geistige Selbstverwirklichung als einziger „Egoismus“, der gemeinnützig ist.

BYR hat die einfache Logik, als Denkorganisationsstruktur des Verstandes durchaus für wertvoll erachtet, versucht man damit nicht außerhalb ihres Wirkungskreises zu operieren.
Interessanterweise hält wirkliches geistiges Erleben stets auch einfacher Logik stand.

Vielleicht ein verdeutlichendes Beispiel, worauf ich hinaus will:
Relativ problemlos kann man das Lehrwerk vom Verstande her zerpflücken, vermeintliche Widersprüche nachweisen, auf die Idee kommen, BYR für einen selbst ernannten Meister zu halten und derlei mehr – alles, soweit Intellekt und Verstand reichen. Der bloße Verstand ist zur Konstruktion jeder beliebigen Fehlvorstellung fähig.

In der asiatischen Hemisphäre wurde schriftliche Lehre erteilt, die nur „brauchbar“ wurde, hatte der Lehrling zuvor mündliche Lehre erhalten und sich bereitet.

Dieses Prinzip gilt im abstrahiert übertragenen Sinne auch für das Lehrwerk.
Ohne den „Egoismus“ der Arbeit an sich selbst und der Ausformung zu dem, was mehr und mehr zum Empfang berechtigt, bleibt das Lehrwerk eine vom Verstande her nicht erschließbare, mithin eine vom Verstande her „nicht brauchbare Sache“.
Das Lehrwerk spricht den Verstand eigentlich gar nicht an.

Lehrwerk i.V.m. „Bereitung und Empfang“ und es eröffnen sich Welten.

Was man meint, davon mitteilen zu müssen, benötigt die gehirnbedingt, verstandesmäßige Verarbeitung, bei der Folgerichtigkeit oberstes Gebot bleibt, will man nicht in bester Absicht eigenes Meinen und Wähnen untermengen, ohne diesen Vorgang selbst zu bemerken.

Eigentlich sollte man sein geistiges Erleben strikt für sich behalten.
Es ist zu individuell, andere haben ihren eigenen, „geistig fruchtbaren Boden“ und bedürfen ihres eignen, individuellen Erlebens.
(Trotzdem meinte man immer mal wieder, Mitteilung sei förderlich und musste das Gegenteil feststellen.)
Die vorbezeichnete Ausformung bedingt gewöhnlich bereits ein bestimmtes Leben, z.B. einen bestimmten Umgang mit sich und anderen.

Ein Beispiel zum Thema „äußerlich bereits engagiert“ (auf Basis des Lehrwerks):
Man denke sich „Leute“, die äußerliches Engagement auf Basis des Lehrwerkes beschlossen, indem sie sich ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge engagieren, ohne das Lehrwerk konkret aufscheinen zu lassen. „Lebenserfahrung“ eben.
Man denke sich, das Unterfangen wurde gestartet und in engerem, zeitlichem Zusammenhang wieder aufgegeben.

Abgesehen davon, dass meines Erachtens sich dadurch bereits „Missionieren“ realisiert, kann niemandem gegen seinen Willen bzw. vor seiner Zeit Lehre zuteil oder diese gar oktroyiert werden.

Wer sich in Not befindet, ist noch lange nicht geistig bereit oder in „seiner“ Zeit.
Man stürzt andere Menschen in bester Absicht eher in noch größere Not, weil man ihre Not nicht lindert oder löst, sondern sie - in ihrer Not - mit Ergebnissen konfrontiert, die auf individuellem, geistigem Erfahren beruhen.
Das geht in der Auswirkung über den sog. „Bärendienst“ noch weit hinaus.

Bei allem Bestrebtsein, sich äußerlich (auf Basis des Lehrwerks) zu engagieren, sollte man nicht vergessen, dass man sich durch Erledigung seines Tagwerks in seinem Alltagsleben bereits wirkungsvoll engagiert, auch wenn man das häufig gar nicht so recht bemerkt.

Was darüber hinaus geht, greift gewöhnlich bereits unzulässig in das Geistesleben anderer ein.

Lieber Christoph, sofern und soweit es sich für die Öffentlichkeit eines Forums eignet, vielleicht magst du deine bisher bewussten Andeutungen ausführlicher konkretisieren?
Wenn ich dein Thema verfehlt habe, verletzt es keine Gefühle, mir das mitzuteilen.

"Es waren keine Worte, die mir mitgeteilt wurden, es war mehr ein Berührtwerden von einem Lebendigen, vom Anfang eines Lebens, durch das der Pulsschlag einer stärkeren Sonne geht. Es kam aus diesem schwebenden Berührtwerden etwas wie die Ahnung eines Dauernden, ein Frohsein, und man konnte vor ihm gar nicht anders als lächeln, mit dem gleichen leisen Lächeln, das neben mir ging."

ciao ( gelöscht )
Beiträge:

28.03.2010 14:27
#3 RE: "Anfrage..." antworten

Lieber O-I-A,

Deine einfühlsamen Beschreibungen der Schwierigkeiten des
Austauschs zwischen Weggefährten,haben mir sehr gut gefallen.

Das immer wiederkehrende wunderschöne Ende Deiner Mails,("Es waren keine Worte"...)
als Synonym für Geistiges,
woher hast Du das?

Liebe Grüsse,
Ciao

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

29.03.2010 17:50
#4 RE: antworten

In Deinem Beitrag v.28.3.'10, für den ich Dir wiederum sehr herzlich danken möchte, lesen wir u.a.:
"Eigentlich sollte man sein geistiges Erleben strikt für sich behalten."
Ich wurde an Jacob Böhme erinnert, der bei einer mir nicht näher bekannten "Höchststrafe" zum Schweigen verdonnert war; es mag viele andere Menschen geben, die entweder innerlich dazu angehalten werden (müssen) oder selbst merken, daß Schweigen über ihr geistig Erlebtes indiziert ist.

Ich dachte allerdings mehr an die "anderen" Schüler, die, sei es in Tateinheit mit ihrem Beruf oder auch nicht, zur "Mitarbeit" im Sinne von "äußerlich sichtbar engagiert" aufgerufen sind.
Ich denke, um ein für mich besonders herausragendes Beispiel aus unserer Zeit zu nennen, an Erich Rauch, der mit seinen Büchern (Haug-Verlag) ganz klar ein "Zuarbeiter" war, damit Suchende, die noch kaum um diese Tatsache wissen, ihres Suchens bewußter werden und/oder den Zugang zum Hortus leichter finden. Er breitet ja gewissermaßen "Das Buch vom Glück", dessen Inhalt und Anliegen wohl kaum komprimierter gebracht werden kann als BYR das tut, aus und erleichtert damit manchen (vielen?!) Lesern die Rezeption. Und das war, nach eigener Aussage von ihm, wenn ich jetzt recht erinnere, sein Auftrag.

Empfinden wir Rauch als "Missionar"? Ich empfehle mit größter Freude sein Buch: "Autosuggestion und Heilung" solchen (meist Krebs-) Patienten, wo ich das Gefühl habe, daß sie etwas damit anfangen können, entsprechende Fragen haben usw.- "Das Buch vom Glück" empfehle ich natürlich nicht minder gern, aber diese Empfehlung fühlt sich dann schon irgendwie anders an... - Als "Missionierenden" empfinde ich mich dabei allderdings überhaupt nicht. (Bin für Nachhilfe offen!)

Die hier Mitlesenden merken schon, daß ich das von mir gebrachte Eingangs-Zitat aus "Golgatha" (26.3.'10) ein wenig anders lese als O-I-A. (Wobei ich Dir für Deine "Lesart" dankbar bin und ihr nicht wirklich widersprechen möchte.)
"... die tief verborgene geistige Weisheitsquelle nützbar zu machen für das irdische Wohl...": - an diesem Punkt können, ja sollen wir uns gegenseitig helfen; hier wird "Psycho-Therapie" endlich über jene tierseelische Ebene erhoben, die Victor Frankl als "Psychologismus" bezeichnet. (Bei S. Freud und Nachfolgern kann ich beim besten Willen keine Spuren des Himavat erkennen im Gegensatz zu Frankls Logotherapie - wenn ich einmal so vorpreschen darf.)

"Und doch können dieser 'Wenigen' auch in dieser Weltperiode mehrere werden, und gar mancher fühlt in sich ein dunkles Ahnen einer in ihm beschlossenen Macht, ohne zu wissen, wie er ihrer mächtig werden kann." (B.v.Glück,16)

Christoph

O-I-A ( gelöscht )
Beiträge:

09.04.2010 11:38
#5 RE: antworten

@Christoph:
Unverkennbar ist Dein Drang zum Gestalten im Außen.
Daher nur Anmerkungen:
Nicht nur die Wirkung des Buches vom Glück entfaltet sich in der Individualität, sondern das gesamte Lehrwerk.
Es „verbindet“ sich mit der Individualität des/der Einzelnen so, wie es die Individualität im Augenblick dieser Verbindung geistig bedarf. Das macht eine der Einzigartigkeiten des Lehrwerks aus und stellt ein sicheres Unterscheidungsmerkmal gegenüber manch‘ anderem Feilgebotenen dar.

„Erläuterung“ wird bereits von Seiten der Urheberschaft.

Wer nicht vollkommen sicher sein kann, anderen zu jeder Zeit genau das zukommen zu lassen, wessen sie geistig gerade bedürfen, um sich genau ihrer Individualität gemäß entwickeln zu können, sollte sich strengstens überprüfen, woher der vermeintliche Auftrag dazu stammt.

Etwas, das man unternimmt, ist objektivierbar „Missionieren“, oder es ist das nicht.
Es kommt nicht auf das persönliche Meinen und Wähnen an, auch wenn man wortreich darzulegen sucht, weswegen ausgerechnet die eigene Subjektivität natürlich keinesfalls z.B. missioniert.

Deutlich wird oft eine Überschätzung des eigenen Selbst, angetrieben vom Willen zu helfen und dem Meinen, diesen Willen betätigen zu müssen.
Meist vor der Zeit, dies Unterfangen in seinen immensen Auswirkungen überhaupt ermessen zu können.

Diese Einstellung übersieht geflissentlich, dass die LdU in der Lage sind, diese, ihnen originär zugeordnete Aufgabe umfassend ausfüllen zu können.

Was spricht dagegen, derlei Unterfangen zurück zu halten, bis persönlich maximal erreichbare Meisterschaft in diesem Leben erreicht werden konnte?

Niemand kann vor seiner Zeit erreicht werden, auch nicht eine „Nanosekunde“ oder irgendeine „Zeiteinheit“ vorher.
Ebenso kann niemand gegen seinen Willen erreicht werden.
„Pfuscht“ man - auch in allerbester Absicht - hier hinein, wirkt man im Gegenteil zum erheblichen Nachteil der betroffenen Individualität, es nützt die allerbeste (subjektive) Absicht nichts.

Dessen sollte man sich bewusst bleiben und mehr „Vertrauen“ (Glauben) entwickeln.

Sieht man andere in Not und will diesen helfen, sollte man die Wirkung des echten Gebetes keinesfalls unterschätzen.
Schafft man Verbindung, darf man sich ganz und gar sicher sein, es wird genau so wie erforderlich geholfen, und zwar von denen oder über diese, die dazu tatsächlich unzweifelhaft berufen waren, sind und beleiben werden.

"Es waren keine Worte, die mir mitgeteilt wurden, es war mehr ein Berührtwerden von einem Lebendigen, vom Anfang eines Lebens, durch das der Pulsschlag einer stärkeren Sonne geht. Es kam aus diesem schwebenden Berührtwerden etwas wie die Ahnung eines Dauernden, ein Frohsein, und man konnte vor ihm gar nicht anders als lächeln, mit dem gleichen leisen Lächeln, das neben mir ging."

HansB22 Offline



Beiträge: 175

02.08.2013 01:12
#6 RE: "Anfrage..." antworten

Zitat

Das immer wiederkehrende wunderschöne Ende Deiner Mails,("Es waren keine Worte"...)
als Synonym für Geistiges,
woher hast Du das?



schade, dass O-I-A diese Frage von Ciao nicht im Forum beantwortet hat.

Anna Offline




Beiträge: 68

10.08.2013 18:25
#7 RE: "Anfrage..." antworten

Die Worte stammen aus dem Büchlein 'Begegnung im Frühling' von Imma Bodmershof, ISBN 3-88652-602-X, Loeper Verlag
Der Text steht auf Seite 23,

Grüße, Anna

Martin S Offline



Beiträge: 47

10.08.2013 19:00
#8 RE: "Anfrage..." antworten

Liebe Anna,

Danke für Deine Aufklärung......

Ich möchte das Zitat nicht gerne, wie Hans, nur Synonym für Geistiges nennen.

Sehr schön und poëtisch ist es sicher. Mindestens doppelte Freude bei mir um ein recht "Weiblicher" Beitrag.

Liebe Grüsse aus Holland

Martin

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