In dem Kapitel "Die Ernte" kann man folgende Worte finden:
Zitat Anfang
Der Strom muß dem Meere nahe sein, soll er des Meeres Schiffe schon tragen können.— So auch muß der Such- ende bereits bereitet sein, zu über- nehmen, was wir ihm zu geben haben. Einem Jeden der geistig zu uns kommt, kann zwar auf die ihm gemäße Weise Hilfe, und in bestimmter Art auch Führung wer- den, soweit ihm Hilfe wirklich von Nutzen sein wird, und soweit er Führung schon 33 zu entdecken weiß, wenn sie auch nur seinen Alltag lenkt.—
Zitat Ende
Meine Frage ist hier: Wer wird denn angenommen/gefunden von den Leuchtenden des Urlichtes? Wie muss ein Mensch "beschaffen" sein, um überhaupt "gefunden" zu werden?
Was ist damit gemeint: ......wenn sie auch nur seinen Alltag lenkt?...
>Der Strom muß dem Meere nahe sein, soll er des Meeres Schiffe schon tragen können.—
Irgendwo im Tao The King heißt es sinngemäß, dass das Meer deshalb alle Ströme zu sich führt, weil es an unterster Stelle ist. Ein Strom in der Nähe des Meeres neigt sich bereits dieser seiner niedersten Stelle zu.
>So auch muß der Such- ende bereits bereitet sein, zu über- nehmen, was wir ihm zu geben haben.
Auch der Suchende wird erst finden, wenn er bereit ist, seine eigenen Früchte loszulassen ...... So wie der Obstbaum seine Zweige in Demut zur Erde neigt, um seine reifen Früchte zur Erde (zurück) zu geben.
>Einem Jeden der geistig zu uns kommt, kann zwar auf die ihm gemäße Weise Hilfe, und in bestimmter Art auch Führung wer- den, soweit ihm Hilfe wirklich von Nutzen sein wird, und soweit er Führung schon zu entdecken weiß, wenn sie auch nur seinen Alltag lenkt.—
Ein Mensch mit innerer Sehnsucht, also ein Suchender, erfährt erst Hilfe, sobald er sein Inneres in den Objekten und Begegnungen der Welt widerspiegeln sieht. Unser Bewusstsein spiegelt sich in der Materie. Wer sich darin erkennen kann, der kann durch die Wunderwelt seiner eigenen Projektionen im Alltag geführt werden – wenn er dieses innerlichst ersehnt.
Die Voraussetzungen werden im gesamten Lehrwerk immer wieder in anderen Aspekten beschrieben. Jeder Leser muss das finden, womit er etwas anfangen kann, um dem Ziel näherzukommen. Bevor sich geistige Führung in Bekundungen der Lichtwelt offenbart, kann man entdecken, dass im Alltag nicht alles Zufall ist, was geschieht, sondern das Vieles weisem Willen entspringt, unser Schicksal zu unserem Besten zu gestalten. Zum Beispiel: wir verschlafen einen Arzttermin und hinterher stellt sich heraus, dass wir durch "Zufall" einen geeigneteren Arzt finden.
Bo Yin Ra antwortete einmal auf die Frage, mit was zu beginnen sei, mit folgender Antwort: ""immer mit dem naheliegendsten." In seinem Lehrwerk betont er auch immer wieder, dass wir bei uns, dann bei unserem nächsten Kreis und vor allem im Alltag "unseren Weg" beginnen sollen. Auch Lao Tse sagt, dass jede Reise mit dem ersten Schritt beginnt. Um auf Deine Frage zurück zu kommen: jeder bekommt die Führung, die seiner "Wegstrecke", seinem Entwicklungsstand entspricht. Und am Anfang steht nun mal zuerst die Bewältigung des Alltages. Sowieso sehr schwierig. Und am Anfang wird meiner Meinung nach uns die Führung eben zuerst,um den Alltag zu lenken.Hier müssen wir zuerst lernen, die Führung, die uns hier schon wird, zu erkennen. meint Hans
Nachdem ich meinen Roman endlich fertiggestellt hatte, einen spirituellen, übergab ich ihn einer Freundin zur Rechtschreibekorrektur. Nach Wochen bekam ich ihn verstümmelt und umgeschrieben nach ihrer Ansicht verbessert wieder zurück und war stinksauer darüber. Natürlich fragte ich mich: „was soll das bedeuten?“ ein halbes Jahr Arbeit umsonst, alles wieder von vorne, nochmals korrigieren. Heute stöbere ich in alten Forumsbeiträgen und fand Kohles Formulierung „Auch der Suchende wird erst finden, wenn er bereit ist, seine eigenen Früchte loszulassen“…. Das half mir und gab mir Trost und hat neues Land eröffnet. Besten Dank sagt Serato.
Auch wenn es mir sinnvoll erscheint, die „Früchte“ loszulassen, die eigenen Schöpfungen, die Ergebnisse der Kreativität und sie „Ihm“ zu überlassen, daß sie in seiner Schatzkammer wohlverwahrt bleiben, so bleibt doch der weiterhin sinnvolle Satz bestehen: „an ihren Früchten sollt ihr sie erkennen.“ Da es nicht immer leicht ist, Menschen einzuschätzen, kann es helfen, sie an ihren “Früchten“, also an ihren Auswirkungen, ihrem Tun zu messen, an ihrem Verhalten im zu- und für- und miteinander. Meint Serato.