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Bô Yin Râ - Forum
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Dieses Thema hat 31 Antworten
und wurde 1.908 mal aufgerufen
 Die Ehe
Seiten 1 | 2 | 3
christoph ( gelöscht )
Beiträge:

13.07.2009 09:43
mann und frau antworten

Zu diesem mich im Zuge meiner Scheidung damals absolut fesselndem (und über die damit verbundenen inneren Konflikte sehr hinweghelfendem) Buch würde ich gern folgende Beobachtung zur Diskussion stellen:
Es wird AN KEINER EINZIGEN STELLE dieses Buches unterscheiden zwischen "Frau" und "Mann" (z.B. bezügl. ihrer "Rolle" oder "Aufgabe" in einer geistig-köperlich stimmigen Ehe usw.). Sofern ich da nichts überlesen habe: Ist das nicht höchst erstaunlich?! Daß "Mann" und "Frau" sehr wohl unterschiedliche "Rollen" (schwieriges Wort, obwohl geistig gemeint...) oder "Aufgaben" (auch nicht besser) haben, erfahren wir ja im Buch vom Menschen; dort jedoch in jenem Kapitel, das nicht von "Ehe" handelt. - Ausgerechnet das Ehe-Buch jedoch macht nirgendwo eine diesbezügliche Unterscheidung.

Christoph

Andreas Offline



Beiträge: 131

14.07.2009 19:17
#2 RE: mann und frau antworten

Hallo Christoph,

ich empfinde das Buch jedesmal auf's Neue als sehr fesselnd!
Es birgt sehr viel Weisheit, wie alle seine Werke.

Was ich nun hierin allerdings am wenigsten vermutet hätte, sind "Rollenaufteilungen" zwischen Frau und Mann? BYR zeigt faktisch auf, welche Möglichkeiten der Mann und welche die Frau hat; für mich marginale Unterschiede, da der Mann zwar die Möglichkeit hat, sich geistlich "weiter" zu entwickeln als die Frau, sich dies aber in der Realität nicht widerspiegelt. Eher ist schon das Gegenteil der Fall.

Auch aus dem Buch des Menschen ist mir eine solche Rollen- oder Aufgabenverteilung nicht erinnerlich - vielleicht liegt das an meinem lückenhaften Gedächtnis....?

Es grüßt herzlich:

Andreas

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

16.07.2009 20:00
#3 RE: mann und frau antworten

Meinen Beitrag vom 13.7.'09 möchte ich ergänzen und präzisieren. Daß ich mich dabei sowohl auf das Ehe-Buch als auch: Das Buch vom Menschen beziehen muss, ist nur dem Umstand geschuldet, daß eben gleiche Themen an verschiedenen Stellen des Lehrwerks (Hortus Conclusus) auftauchen.

Im Buch der Ehe wird nirgendwo differenziert zwischen "Eigenart der Frau" und "Eigenart des Mannes" im Hinblick auf Ehe - so als wenn er damit sagen will: Für das Thema "Ehe auf dieser Erde" ist das auch egal.
In den beiden Kapiteln: Der Weg des Weibes und: Der Weg des Mannes im B.v.Menschen hingegen wird sehr wohl von "passiver" und "aktiver Artung", von echten Gegensätzen usw. gesprochen, wenn auch nicht explizit von Ehe. (Siehe dazu den sehr lesenswerten Beitrag von Anna vom 19.3.'09, im Thread: Buch vom Menschen.)
Allerdings betrifft das Nicht-Erwähnen von Ehe dort, im B.v.Menschen, nur die Wortwahl. Was meint denn: "...Neugeburt des geistigen Erscheinungsmenschen, der da 'Mann' ist und 'Weib', in seligster Vereinung und auf ewig untrennbar in gemeinsamer zwiepolarer 'Ich'-Empfindung.-" (S.74) anderes als Ehe?! Nur eben nicht mehr auf dieser Erde. (Im nächsten Kapitel ebenso; siehe Seite 84-87.)
Und in dem B.d.Ehe erfahren wir, daß "Ehe", recht verstanden, ohnehin nur zwischen weiblichem und männlichem Geistesmenschen exsistiert; Ehe also ein Spezificum Humanum ist, für Tiere unerreichbar. Allerdings kann diese echte Ehe-Form auch erfahren werden von Frau und Mann in physischer Gestalt; sie "ereignet" dann auf der Erde. -

Für mich bleibt aus all dem die Frage: Ist nicht das, was er im B.v.Menschen über die Unterschiede, ja Gegensätze von Mann und Frau sagt, letztlich doch eine wichtige, zumindest sehr hilfreiche Voraussetzung für das Gelingen von rechter Ehe schon hier auf Erden??!! - Einwenig ins Psycho- bzw. Paartherapeutische gebeugt: Die aktive Artung der "modernen Frau" (sie soll auch Vorstandsvorsitzende, Chefdirigentin und Lokomotivführerin werden...) steht dem Gelingen von Ehe entgegen.
Ich bin gewiss kein Macho.

Christoph

ciao ( gelöscht )
Beiträge:

17.07.2009 11:58
#4 RE: mann und frau antworten

Lieber Christoph!
Bei dem Rat sich eher "geben zu lassen "als zu "fordern" meint Bo Yin Ra ,so wie ich ihn verstehe,ausschlieslich die Geistige Einstellung von Frauen.Geistiges ist Ungewusstes.Auch nicht mal Unbewusstes,wie BYR sagt.Es kommt und geht wie und wann es will von Irdischem völlig unberührt.

Auch wenn ich die schnell wechselnde Gefühlswelt von Frauen nicht immer ganz verstehe, vermute ich das auch viele andere BYR-Leserinnen diesen Satz schwierig finden.Ausserdem hat das Wort "Weib"heute einen eher abwertenden Klang.Würd ich durch "Frau" ersetzen.
Ich glaub der Ratschlag wird oft so missverstanden, als ob Frauen sich auch im Irdischen den Männern unterordnen müssten.

Ich bin eher der Ansicht das eine Frau,(gerade wenn sie sich im Geistigen dem Männlichen unterordnet)falls sie in irdischen Belangen die kompetentere ist, die Führung (auch über Männer) in einem weltlichen Kompetenzbereich, geradezu übernehmen muss.
Sonst würde sie nicht nach der Notwendigkeit,das möglichst die- ,der Beste (und nicht etwa der Dreisteste)an der Spitze steht,-handeln.

Vielleicht ist das ,was uns Männer an den heutigen Frauen so übertrieben "männlich" erscheint nur Übereifer im Behaupten.Und zu viel Ehrgeiz.

Ich befürchte das diese Aussage von BYR zur Einstellung von Frauen auf Geistiges auch so falsch verstanden wird ,das manche BYR Leserin in Männerrunden lieber schweigt,wenn über BYR gesprochen wird. Was ich schade finde.
Auch mir altem Matscho(Macho)fällt es ab und zu noch schwer Frauen, die in manchen
weltlichen Bereichen einfach fähiger sind ,als die Besseren anzuerkennen.

Liebe Grüsse an Dich und alle im Forum,

Ciao

Anna Offline




Beiträge: 68

23.10.2009 11:46
#5 RE: mann und frau antworten

Lieber ciao, lieber Christoph und alle Mitlesenden,

nachdem ich meine Passwortschwierigkeiten hier im Forum überwunden habe, kann ich auch mal wieder antworten... Mitgelesen habe ich ohnehin die ganze Zeit. Meine Kommentare unten in grün, Zitate in orange.

Herzliche Grüße an die Männerrunde,

Anna

Zitat von ciao
Lieber Christoph!
Bei dem Rat sich eher "geben zu lassen "als zu "fordern" meint Bo Yin Ra ,so wie ich ihn verstehe,ausschlieslich die Geistige Einstellung von Frauen.Geistiges ist Ungewusstes.Auch nicht mal Unbewusstes,wie BYR sagt.Es kommt und geht wie und wann es will von Irdischem völlig unberührt.

"Ihre geistig höchste Stufe erreicht die Frau ausnahmslos erst in nachirdischen Zuständen durch ihre Verschmelzung: ihre Einswerdung mit einem männlich-polaren, in Göttlichkeit verklärten Menschengeiste, der sie in sich selbst, in geheimnis-voller Vereinung, – wie in einem Tabernakel geborgen, in Liebe eingehüllt, –durch die Unendlichkeit der geistigen Sphären trägt."

Das ist wie ich finde eine sehr eindeutige Aussage, die sich auf die geistige Entwicklungsfähigkeit der Frau bezieht.

Auch wenn ich die schnell wechselnde Gefühlswelt von Frauen nicht immer ganz verstehe, vermute ich das auch viele andere BYR-Leserinnen diesen Satz schwierig finden.Ausserdem hat das Wort "Weib"heute einen eher abwertenden Klang.Würd ich durch "Frau" ersetzen.

Ich glaub der Ratschlag wird oft so missverstanden, als ob Frauen sich auch im Irdischen den Männern unterordnen müssten.

Ich bin eher der Ansicht das eine Frau,(gerade wenn sie sich im Geistigen dem Männlichen unterordnet)falls sie in irdischen Belangen die kompetentere ist, die Führung (auch über Männer) in einem weltlichen Kompetenzbereich, geradezu übernehmen muss.
Sonst würde sie nicht nach der Notwendigkeit,das möglichst die- ,der Beste (und nicht etwa der Dreisteste)an der Spitze steht,-handeln.

Dem stimme ich voll zu.

Vielleicht ist das ,was uns Männer an den heutigen Frauen so übertrieben "männlich" erscheint nur Übereifer im Behaupten.Und zu viel Ehrgeiz.

Das trifft für mich im Kern: es wird nur dann schwierig, wenn die Frau ihre Aufgaben in der Art des Mannes wahrnimmt, denn dann entsteht eine für alle (bewusst oder unbewusst) wahrnehmbare Diskrepanz. Wenn die Frau Frau bleibt in der Ausübung ihrer Kompetenzen (es gibt durchaus auch so was wie einen weiblichen Führungsstil), kann das für alle sehr bereichernd sein.

Ich befürchte das diese Aussage von BYR zur Einstellung von Frauen auf Geistiges auch so falsch verstanden wird ,das manche BYR Leserin in Männerrunden lieber schweigt,wenn über BYR gesprochen wird. Was ich schade finde.

Ich schweige ja nicht immer :)

Auch mir altem Matscho(Macho)fällt es ab und zu noch schwer Frauen, die in manchen
weltlichen Bereichen einfach fähiger sind ,als die Besseren anzuerkennen.
Liebe Grüsse an Dich und alle im Forum,
Ciao

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

25.10.2009 13:25
#6 RE: mann und frau antworten

Jetzt nur ganz kurz:
Es taucht die spannende Frage auf: Worin besteht der Unterschied zwischen "passiv" ("passiver Artung", wie BYR formuliert) und: "unterordnen"?? Hier lauert wohl eine große Gefahr des Falsch-Verstehens: Ich sehe bei BYR auch nicht die Spur einer WERTUNG; es geht auf keinen Fall um "höherwertig" vs. "minderwertig"!

Denken wir nur an die feine, aber wesentliche Differenzierung in der deutschen Sprache zwischen: "gleichartig" und "gleichwertig". Männliches und weibliches Prinzip sind gleichwertig, aber eben nicht gleichartig; die Gleich-Wertigkeit schließt die Verschieden-Artung keineswegs aus.

Aus dem Missverstehen dieser Zusammenhänge erkläre ich mir übrigens das Frauen-Problem in der islamischen Gesellschaft; dort kam diese fatale Wertung herein, wodurch die Frau in dem dortigen Verständnis weniger gilt, weniger "Wert" ist, was als völliger Unsinn zu betrachten ist. Der Begriff bzw. die Eigenschaft des "Passiven" wurde pervertiert.

Aber auch wir im westlichen Kulturkreis können uns m.E. nicht eindringlich genug fragen, ob wir schon wirklich die "aktive" und die "passive Artung" frei von jeglicher Wertung erleben und "handhaben" können, ohne jede Verquickung mit "besser" und "schlechter", "höher" und "niedriger".

Christoph

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

22.05.2010 23:46
#7 RE: mann und frau antworten

Daß dieses Buch irgendwie ein schicksalhaftes für mich ist, habe ich am Beginn dieses Threads angedeutet. -

Jetzt möchte ich nur zwei Beobachtungen mitteilen:
a) aus dem Forum: Es fällt mir auf, daß bis heute nur recht wenig zu diesem Buch hier geschrieben wurde, was ich irgend wann mal in Beziehung setzen musste zu der Tatsache, daß nie so viele Ehen geschieden wurden wie in gegenwärtiger Zeit, woraus ein besonders lebhafter Austausch gerade über dieses Buch denkbar sein könnte.
Wenn ich mich jetzt richtig weit aus dem Fenster lehnen soll, könnte ich mutmaßen: In diesem Forum gibt es (bis heute) eine gewisse "Männerlastigkeit", und wir sind ja nun nicht un-berühmt dafür, um alles, was mit Themen wie "Liebe", "Gefühl" oder gar "Psycho" usw. einhergeht, eher einen Bogen zu machen... (Hoffentlich fliege ich nicht aus dem Forum.)

Meine Mutmaßung (und mehr ist es nun wirklich nicht) führt schon zu
b) aus dem Buch selbst (S.55/56), und da wird es ganz ernst:

"Das geistige Gesetz, das unerbittlich fordert, daß man ihm genüge, wo sich Mann und Weib zur Ehe einen wollen, ist nicht zu 'biegen' und zu 'brechen', wie man eine 'Ehe' biegt und bricht, die da in Wahrheit keine ist, und niemals eine war, wenn solches sich ereignen kann, - auch wenn die beiden Ehegatten einstmals glaubten, daß sie die Ehe eine, und es solange glauben mochten, bis dann Prüfung dieser Ehe Unterbau erprobte.- - -"

Ein wirklich heftiger Satz, wie ich (auch heute noch) finde; und er wird noch heftiger, wenn man selbst da durch gehen musste ganz real biografisch.
Ent-Täuschung war der Weg.

Nun sagt mir aber dieser Satz, wenn ich ihn ganz genau nehme, was ja wohl gegenüber den Worten BYRs das einzig Richtige ist, daß es "Scheidung" in Wirklichkeit gar nicht gibt. Denn: Wo wahrhaft EHE besteht, entsteht der Trennungswille nicht, und wo er aufkommt, bestand gar keine EHE! EHE kennt den Trennungswillen nicht. (Wie schreibt man EINSWERDUNG mit drei Buchstaben?!)
In letzter Konequnz kann ich nichts anderes aus diesem, und natürlich aus vielen anderen Stellen des Buches, lesen.
Damit wird auch der andere Satz verdaulicher:

"Niemand soll sich viel verwundern, wenn hier Pseudo-Liebe früher oder später zum 'Erkalten' kommt!" (S.50/51)

"Scheidung", - nur ein kleine Verletzung am Finger?!

Christoph

O-I-A ( gelöscht )
Beiträge:

26.05.2010 17:06
#8 RE: mann und frau antworten

Grüß‘ Dich Christoph,

zunächst einmal, wenn „Sie“ mich nicht aus dem Forum schmeißen, dann Dich erst recht nicht.

Manche sehen „Ehe“ als eine Abkürzung für „Errare humanum est“ an.

Ehescheidung als eine vergleichsweise kleine Verletzung am Finger?

Angesichts Deiner ersichtlich außerordentlichen Traumatisierung vielleicht noch nicht der richtige Einstieg:

http://www.youtube.com/watch?v=psvL2eYQ7YM

Wenn Du bis: „It’s a fleshwound!.“ „Ist ne‘ Fleischwunde!“ durchhältst und genügend abstrahierst, ergibt sich eine andere Dimension und ich meine, bereits das Buch „Die Ehe“ verbürgt diese andere Dimension.

Weswegen so wenig über das Buch „Die Ehe“ ausgeführt wird, mag einerseits daran legen, dass BYR selbst alles dazu gesagt hat, andererseits hat niemand in der Gemeinsamkeit einer Ehe etwas zu suchen außer den beiden Ehepartnern.

Es gibt außerhalb dieser Gemeinsamkeit nur Profane.
Denen vertraut man auch nicht das Geringste aus dieser Gemeinsamkeit an.
Infolgedessen wird man alle Erfahrungen aus eigenem Eheleben, der Liebe, für sich behalten.

Gegenwärtig legst Du „Die Ehe“ aus, wie es Dein erlittenes Leid am umfassendsten zu trösten vermag.

Diese eigennützige Interpretation verhindert zuverlässig zu verinnerlichen, was Dir das Buch an Empfindungserkenntnis zu vermitteln vermag.
Damit soll ganz sicher nicht gesagt sein, dass es sich um ein „auslesbares“ Buch handelt, das man nach stattgehabter „Erkenntnis und basta!“ bei Seite legen könnte.

Den Trennungsimpulsen bist Du, wart Ihr, von Anfang an stets ausgesetzt.
Nicht nur diese Anfeindung nimmt auch die wahrhaftige Ehe nicht aus, denn diese ist heilig in des Wortes umfassendster Bedeutung und stets angefeindet von allem Unheiligen.

Um eine Relation zu benennen:
Wenn es um die Wahl EBDAR oder Ehe geht, hat sich die „geistige Realität EBDAR“ der Ehe sofort unterzuordnen und der Ehe eindeutig und unzweifelhaft den Vorrang zu gewähren.

Innewerdung des Buches „Die Ehe“ wird Dir im Sturm der gegenwärtigen, emotionalen Traumatisierung (D)einer Scheidung vielleicht zunächst Erschütterung (Katharsis) bringen.

Du wirst nicht von vornherein ausschließen dürfen, dass es einer Scheidung nicht bedurft hätte, willst Du die ewige Wahrheit in Deiner Empfindungserkenntnis erstreben und erleben können.

Denn im Buch „Die Ehe“ kommt der Rettung einer Ehe alleroberste Priorität zu.
Die Rettung der Ehe scheitert jedoch vielfach daran, dass einer oder beide Partner eigene Nöte, Befindlichkeiten, Probleme des Alltags, usw. usf., über ihre Ehe stellen und sich daher weigern, Hinderungsgründe zu beseitigen und dadurch das an sich unnötige Scheitern der Ehe vollziehen.

Du gelangst zur Dir gemäßen Erkenntnis ewiger Wahrheit, wenn Du sie annehmen willst wie diese Wahrheit wirklich ist und nicht nur eine Vorstellung von dem suchst, das Dich gegenwärtig am besten trösten kann.

Solcherart gelangst Du zum gesamten Umfang des erlittenen und angerichteten Leides.
Nur in seiner Gesamtheit kannst Du dieses Leid restlos entwerten.
Ansonsten betreibst Du Flickschusterei und überklebst verbliebenes Leid mit selbst gebastelten Trostpflastern, die zuverlässig wieder abgehen, auch wenn man beschwörend „Bô Yin Râ“ auf die Pflaster geschrieben hat, damit sie „bloß irgendwie ewig haften bleiben“ mögen.

Möglicherweise strebst Du eine neue Beziehung, eine neue Ehe ,an.
Diese sollte auf keinen Fall mit dem vorherigen Leid belastet werden.
Leidentwertung wiederum ist etwas vollkommen anderes als Selbstzerfleischung.

Es liegt eine kaum schätzbare Menge Verarbeitung vor Dir, die viel Zeit in Anspruch nehmen wird.
Sieh‘ es wie mit dem geistigen Weg: Beginne mit dem ersten Schritt.

Mögen Dir die Worte nicht zu hart geworden sein, weil von Außen her keine Entleidung gewährt werden kann, aber vielleicht ist wenigstens etwas dabei, das Du brauchen kannst.

Viele Grüße und gutes Gelingen!
O-I-A

"Es waren keine Worte, die mir mitgeteilt wurden, es war mehr ein Berührtwerden von einem Lebendigen, vom Anfang eines Lebens, durch das der Pulsschlag einer stärkeren Sonne geht. Es kam aus diesem schwebenden Berührtwerden etwas wie die Ahnung eines Dauernden, ein Frohsein, und man konnte vor ihm gar nicht anders als lächeln, mit dem gleichen leisen Lächeln, das neben mir ging."

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

28.05.2010 14:02
#9 RE: mann und frau antworten

Lieber OIA,

Du triffst nicht ganz ins Schwarze. Der Aspekt meiner DAMALS mich sehr bedrückt habenden Scheidung stand jetzt gar nicht "Pate" beim Verfassen des Postings. Das WAR mal ein Leid....
(Und nichts liegt mir ferner, als aus diesem Forum eine Selbsthilfegruppe Scheidungstraumatisierter zu machen.....)

Es ging mir nur um Mitteilung meiner "Entdeckung": Scheidung gibt es eigentlich gar nicht!

Danke trotzdem für Deine ausführlichen Worte, die ich nicht als "hart" empfand.

Christoph

O-I-A ( gelöscht )
Beiträge:

28.05.2010 16:43
#10 RE: mann und frau antworten

Grüß' Dich Christoph,

auch wenn es ein "Damals" war, so scheint das Gewesene in der Gegenwart Deiner Worte noch so präsent wie ein "gerade eben erst".
Mir geht es nicht um "ins Schwarze treffen", lediglich um näherungsweises nachvollziehen zu können.
Insbesondere vor dem Hintergrund, dass es Scheidungen leider sehr wohl gibt.
Vielelicht magst Du deine Empfindung noch etwas ausführen, weil es mir beim besten Willen nicht gelingt, diesen Aspekt - in Würdigung des gesamten Buches "Die Ehe" und unter Heranziehung des Lehrwerkes - nachvollziehen zu können.
Viele Grüße!
O-I-A

"Es waren keine Worte, die mir mitgeteilt wurden, es war mehr ein Berührtwerden von einem Lebendigen, vom Anfang eines Lebens, durch das der Pulsschlag einer stärkeren Sonne geht. Es kam aus diesem schwebenden Berührtwerden etwas wie die Ahnung eines Dauernden, ein Frohsein, und man konnte vor ihm gar nicht anders als lächeln, mit dem gleichen leisen Lächeln, das neben mir ging."

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

28.05.2010 17:01
#11 RE: mann und frau antworten

Das sage ich mit dem EINEN Satzt, der von S.55 auf S.56 geht im Ehe-Buch (und von mir zitiert wird).
Vertiefe dich in ihn; er besagt doch, daß eben immer nur eine "Pseudo-Ehe" geschieden werden kann ("...die da in Wahrheit keine ist...") usw. - siehe oben.
Christoph

O-I-A ( gelöscht )
Beiträge:

28.05.2010 17:43
#12 RE: mann und frau antworten

Grüß' Dich Christoph,
durch Wiederholung des Satzes ohne Würdigung des Gesamtkontextes wird der von Dir gemeinte Inhalt nicht deutlicher.
Du behauptest, weil eine Scheidung erfolgte, lag keine wahre Ehe vor, denn wahre Ehen könnten nicht geschieden werden.
Vielmehr verhält es sich gerade so, dass leider auch wahre Ehen geschieden werden können. Insbesondere, wenn nicht beide Ehepartner beständig daran wirken, was zur Erhaltung der wahren Ehe von beiden gefordert wird.
Deswegen fragte ich nach, weil sich mir der Sinn Deiner Behauptung aus einem aus dem Zusammenhang genommenen Satz nicht erschließt. In diesen Satz müsste man nach meiner Empfindung den von Dir empfundenen Inhalt vorsätzlich "hinein empfinden".
Daher fragte ich nach.
Die Empfindungen können sicherlich verschieden sein.
Viele Grüße!
O-I-A

"Es waren keine Worte, die mir mitgeteilt wurden, es war mehr ein Berührtwerden von einem Lebendigen, vom Anfang eines Lebens, durch das der Pulsschlag einer stärkeren Sonne geht. Es kam aus diesem schwebenden Berührtwerden etwas wie die Ahnung eines Dauernden, ein Frohsein, und man konnte vor ihm gar nicht anders als lächeln, mit dem gleichen leisen Lächeln, das neben mir ging."

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

28.05.2010 19:30
#13 RE: mann und frau antworten

Lieber O-I-A,
jetzt warst Du mir zuvor gekommen. Ich wollte einen weiteren Satz anfügen.

"Doch: - echte Liebe kann niemals 'erkalten', weil sie nur dort entzündet wird, wo ihre helle Lichtglut unerschöpflich reiche Nahrung findet!- -
Sie kann zum wilden Feuer werden, aber niemals, - möge man sie auch mit allen Mitteln zu ersticken suchen, - kann sie verlöschen: kann sie zum Erkalten kommen!" (Die Ehe,50)

Ich weiss nicht, was ich da "vorsätzlich hinein-empfinden" soll oder muss oder es tat. - Klarer geht es doch nicht: Wahre Liebe, als Voraussetzung (besser: Fundament) für Ehe, kennt das "Verlöschen", mithin den Trennungswillen gar nicht.
Ich kann auch keine Behauptung in meinem Posting finden; ich fand es nur interessant, diese Einsicht in ihrer Umkehrung zu formulieren.
(Daß diese Sätze, ebenso jener von S.55/56, ziemlich "starker Tobak" sind usw. usf...., ist auch klar.)

Christoph

O-I-A ( gelöscht )
Beiträge:

10.06.2010 12:18
#14 RE: mann und frau antworten

Grüß‘ Dich Christoph,

zunächst empfinde ich es als problematisch, Textstellen von BYR genannt zu bekommen, die „in richtiger Versenkung, mal richtig verinnerlicht“ schon genau diese eine und keine andere Wahrheit zutage fördern werden.

Zu deiner Ansicht, wahre Ehen könnten nicht geschieden werden:

These:
Was ist er denn der heilige Tempel der wahren Ehe?
Ausgangspunkt ist das ungetrennte Sein im hohen Leuchten.
Sogar im hohen Leuchten selbst ergaben sich Impulse zur Abirrung, die zur Trennung führten.
Dadurch wurde unerbittlich der Fall aus hohem Leuchten vollzogen.
Die wahre Ehe errichtet als gemeinsamen Willensimpuls den vorherigen Zustand wieder, allerdings bleiben die Eheleute den Irrungen, Wirrungen und Anfeindungen für die Zeitdauer des hiesigen, irdischen Daseins ausgesetzt.
Diesem Fall sind glücklicherweise nicht alle ausgesetzt, die sich im hohen Leuchten befinden.
Es liegt nicht ferne anzunehmen, dass auch unter den widrigen Umständen des irdischen Daseins wahre Ehen scheitern und geschieden werden können, wenn sich sogar im hohen Leuchten Trennung ergibt.

Insgesamt ergibt sich für jede Individualität ein eigener Gleichklang aus bzw. über das Lehrwerk. Manche Gleichklänge liegen dichter beieinander, manche weiter auseinander, trotzdem war, ist und bleibt alles Eines.

Das Buch „Die Ehe“ wird interessanterweise von Menschen, die eine Scheidung erlebt haben, nahezu durchgängig wesentlich anders gelesen und aufgenommen.

Das ist vor dem Hintergrund erlebter Traumatisierung verständlich und nachvollziehbar.

Gerne möchten sich Geschiedene z.B. exkulpieren, weil „es gar keine wahre Ehe war“ und demzufolge „die eigene Scheidung nicht so schlimm gewesen“ sei, insbesondere gerade mit der eigenen Ehescheidung kein Frevel am heiligen Tempel, den die Ehe darstellt, begangen werden konnte.

Diese Voreingenommenheit, - wie jede andere Voreingenommenheit, - wirkt sich wie eine vorgeformte „Linse“ aus, durch die sich alles Licht gemäß der – bewusst oder unbewusst vorgenommenen - Verformung „bricht“.

Vielleicht erscheint es förderlicher, sich keinerlei Vorformung oder Vorstellung mehr hinzugeben, sich dem was man ist, - mit allen Stärken und allen Fehlern, - anzunehmen und die Fehler bzw. Schwächen durch Arbeit an sich selbst zu wandeln, um sich das gewandelte Ergebnis einen zu können.

Alles das unter steter Bereitschaft, alle erforderliche Hilfe dazu annehmen zu wollen und eingedenk der Tatsache, dass diese Hilfe nicht immer auf dem vielleicht vorgestellten „Silbertablett, gereicht mit weißen Handschuhen“ serviert wird.

Man kann sich gewaltig selbst im Weg stehen, sich geradezu selbst verhindern, wenn man z.B. Verarbeitung als in der Vergangenheit für längst abgeschlossen hält.
Dabei handelt es sich um eine „Schutzfunktion“, um eine Verarbeitung, derer man sich nicht gewachsen fühlte bzw. fühlt, erst gar nicht weiter vorzunehmen zu müssen.
Dann stellt man einfach die bereits erfolgte Verarbeitung fest, glaubt an seinen eigenen Feststellungsselbstbetrug mit dem logischen Schluss, nichts mehr verarbeiten zu müssen, weil bereits alles verarbeitet wurde.

Das von allem Unverarbeiteten ausgehende Unheil nimmt solcherart ungehindert seinen Lauf.
Unverarbeitetes sucht sich wie Wasser seinen Weg und durchdringt, aus dem Bewusstsein verdrängt, alle Bereiche des eigenen Lebens (und des Lebens aller nahen Personen), um regelmäßig zur Unzeit schlagartig wieder vor der Person zu stehen, die bedauerlicherweise nur meinte, bereits alles verarbeitet zu haben und diesem Selbstbetrug erlegen war.

Dieser Selbstbetrug verhindert zuverlässig jede erforderliche Verarbeitung und wird eine nicht unwesentliche Erschütterung zur Folge haben, wenn diese Tatsache irgendwann trotzdem ins Bewusstsein dringt.

Viele Grüße!
O-I-A

"Es waren keine Worte, die mir mitgeteilt wurden, es war mehr ein Berührtwerden von einem Lebendigen, vom Anfang eines Lebens, durch das der Pulsschlag einer stärkeren Sonne geht. Es kam aus diesem schwebenden Berührtwerden etwas wie die Ahnung eines Dauernden, ein Frohsein, und man konnte vor ihm gar nicht anders als lächeln, mit dem gleichen leisen Lächeln, das neben mir ging."

Anna Offline




Beiträge: 68

10.06.2010 16:24
#15 RE: mann und frau antworten

Lieber Christoph,

ich kenne geschiedene Ehen, bei denen die ehemaligen Ehepartner in Liebe verbunden bleiben, nur eben nicht mehr in ehelicher Liebe und dem Willen, die Ehe aufrecht zu erhalten. Ich weiß von Trennungen, wo beide Eheleute über Jahrzehnte gemeinsam vor dem Hintergrund des Lehrwerks eine Ehe errichtet hatten, die trotzdem zerbrach. Und auch von Ehen, die durch den irdischen Tod eines Partners 'getrennt' wurden, wo der 'zurückgebliebene' Partner eine neue Ehe mit einem anderen Menschen eingegangen ist.

Warum eine frühere Ehe, die scheiterte, weil die Eheleute unter widrigen Umständen nicht in der Lage waren, ihren gemeinsamen Willen aufrecht zu erhalten, für 'nichtig' oder nicht richtig im Sinne einer 'Wahren Ehe' deklarieren? Für mich gehört die unbedingte Würdigung einer früheren Ehe oder eheähnlichen Beziehung dazu, da ich auch in der nun "gescheiterten" Liebe niemals vergeblich geliebt habe, sofern ich ehrlichen Herzens geliebt habe und nicht nur einer erotischen Anziehung 'erlegen' war. Und die Verbindung nicht leichtfertig, sondern erst nach reiflichster Prüfung gelöst habe.

(siehe dazu auch das Buch vom Menschen, Kapitel Die Ehe: In gleicher Weise aber lässt sich sagen: Was immer du deinem männlichen oder weiblichen Gegenpol hier in der ehelichen Gemeinsamkeit dieses Erdenlebens tun wirst, hast du dir selbst, hast du auf alle Fälle deinem geistigen eigenen Gegenpol erwiesen, magst du ihn wirklich hier auf der Erde nun gefunden haben oder nicht!– ...)

Was ist nun eine 'Wahre Ehe"? BYR schreibt: "Ehe besteht nur dort, wo zwei im Irdischen vom Gegenpol getrennte Einzelpole aus der geistigen Erscheinungswelt, erneut erstreben, eine zwiepolare Einheit darzustellen."

Ist eine Ehe, die in Unkenntnis des Lehrwerks geschlossen wurde deswegen keine wahre Ehe? Dann gäbe es nur verschwindend wenige 'wahre Ehen' auf Erden, denn die Fälle in denen zwei Menschen vor dem Hintergrund des Lehrwerkes bewusst eine Ehe in dieser Absicht errichten, sind vermutlich nicht allzu häufig. 'Unbewusste' Fälle unterstelle ich aber in der Mehrzahl.

"Es ist die wahre Ehe wahrlich niemals lösbar, und auch in aller Ewigkeit wird sie bestehen bleiben!
Jedoch ist sie auch keineswegs in einem Menschenleben auf der Erde einmal nur erlebbar!
Wo „Tod“ die irdische Verbindung scheidet, dort kann der Überlebende sehr wohl auch eine neue Ehe schließen, und somit eine neue Einigung im Geiste schaffen, die der ersten keinen Abbruch anzutun vermag.

Die geistige Durchdringung derer, die in Liebe ewiglich verbunden bleiben, kennt keine „Eifersucht“, da nichts im Geiste ist, das sie
begründen könnte, – wie denn alle Eifersucht der Liebenden auf Erden letzten Endes aus der Seele banger Sorge kommt, erstrebte Einung
könne in Gefahr geraten, nicht bewirkt zu werden ...
Im Geiste aber ist die Einigung bewirkt und nichts kann sie gefährden!
In gegenseitiger Durchdringung ist im Geiste alles in Ver-Einung, was sich nur jemals auf der Erde hier in wahrer Liebe fand! – – –"

Ich glaube, dass das, was BYR über wahre Ehe und Liebe schreibt, in Vollendung hier auf Erden nur selten gelingt. Wohl aber in allen unvollkommenen Vorstufen, Scheitern inbegriffen. Und, wie der Volksmund dessen kundig sagt: Ehen werden im Himmel geschlossen und auf Erden geschieden ...


Herzliche Grüße,

Anna

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