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Bô Yin Râ - Forum
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Dieses Thema hat 10 Antworten
und wurde 249 mal aufgerufen
 Wegweiser
HansB22 Offline



Beiträge: 175

22.05.2013 18:22
Lesen lernen antworten

Hallo,

im Kapitel "lesen lernen" heißt es auf S. 52:

"Du musst dich selbst in deiner Vorstellung an seiner [des Autors] Stelle sehen und in deinem eigenen Erfühlen nacherleben, was er durch das Wort dir so erkenntnisnahe bringen möchte, wie er es in sich selbst erkennt."

Lesen kann also derjenige, der den mit Hilfe von Worten transportierten Wert in sein Seeliges aufnehmen kann.

Woran könnte man erkennen, ob jemand den Wert, der durch die Worte eines Textes transportiert wurde, auch in sein Seeliges aufgenommen hat? Erkennt man es daran, dass er die Worte des Autors möglichst identisch wiedergibt und sich an den zum Transport ursprünglich genutzten Worten orientiert? Oder erkennt man es darin, dass die enthaltenen Werte mit eigenen, neuen Worten und vielleicht in anderem Kontext wiedergegeben werden (können)?

Aus dem Kapitel "lesen lernen" habe ich eine Aufforderung zur Hingabe entnommen. Nicht die Bestätigung der eigenen Vor-Urteile soll in dem Text gesucht werden, sondern die Perspektive des Autors ohne eigene Bewertungen. Zumindest soweit es sich um Text mit geistigen Werten handelt, die in die Tiefe der Seele gelangen sollen.

Diese Anregung lässt sich auf die Wahrnehmung der Gegenwart übertragen. Die Gegenwart wie sie uns über unsere Sinne erreicht, ist ein von Gott gezeichnetes Muster, in welchem wir uns befinden. Durch eine vorurteilslose, offene Haltung und Aufmerksamkeit, können wir unmittelbar in die Perspektive des Schöpfers eintreten und im eigenen Erfühlen nacherleben, was er durch die Gestaltung des jetzigen Augenblicks transportieren will. Wir können die Gegenwart "lesen lernen" wie wir einen Text nach Anregung von Bo Yin Ra lesen können.

Probiert es mal aus. Es könnte Wert-voll sein


Liebe Grüße
HansB22

Serato Offline



Beiträge: 542

22.05.2013 21:20
#2 RE: Lesen lernen antworten

Grüß Dich, HansB22!

Zitat:
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Woran könnte man erkennen, ob jemand den Wert, der durch die Worte eines Textes transportiert wurde, auch in sein Seeliges aufgenommen hat? Erkennt man es daran, dass er die Worte des Autors möglichst identisch wiedergibt und sich an den zum Transport ursprünglich genutzten Worten orientiert? Oder erkennt man es darin, dass die enthaltenen Werte mit eigenen, neuen Worten und vielleicht in anderem Kontext wiedergegeben werden (können)?
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Die Frage ist genau das, was im Kapitel „die schlechten Schüler“ im „Buch der Gespräche“ behandelt wird. In irgendeinem Beitrag über die „schlechten Schüler“ hatte ich dazu schon mal was geschrieben, (finde das gerade nicht) wenngleich die Deutung dieses BYR Textes doch jeder für sich finden sollte.
Ein Vorschlag: es sollte sich am eigenen Selbst finden oder nicht.

Es ist ja nicht alles, was BYR schreibt, speziell für mich geschrieben. Gerade diese wenigen, für mich geschriebenen Sätze oder Kapitel gilt es zu entdecken.

Mit lieben Grüßen
Serato.

Andreas Offline



Beiträge: 130

22.05.2013 22:00
#3 RE: Lesen lernen antworten

Zitat
Woran könnte man erkennen, ob jemand den Wert, der durch die Worte eines Textes transportiert wurde, auch in sein Seeliges aufgenommen hat?



Einzig und alleine am Leben. An nichts anderem, an keinem Wort, Buch, Satz, an keiner Diskussion, an nichts äußerem ließe sich das erkennen. Und es wäre auch völlig wertlos, denn Wert hat es nur in demjenigen, in dessen Leben das Wort Form wurde.
Wiedergeben lässt sich das verinnerlichte Wort nur in der Tat...jedes Bemühen, es anders auszudrücken, bleibt klägliches Wimmern...

....meint Andreas

Nachtrag: Obiges trifft natürlich auf das Lehrwerk zu, einen beliebigen Zeitungsartikel kann ich natürlich in eigene Worte fassen.

kohle Offline



Beiträge: 218

22.05.2013 23:18
#4 RE: Lesen lernen antworten

Zitat
Woran könnte man erkennen, ob jemand den Wert, der durch die Worte eines Textes transportiert wurde, auch in sein Seeliges aufgenommen hat?



Ich kann nur an mir selbst wahrnehmen, ob solche Impulse mich beflügeln. Die Intuition ist dann etwa ein verblüfftes "Aha" oder ein freudiges "Genau so". Ablehnende Reaktion habe ich aus religiösen Texten noch nicht erlebt. Eher spüre ich aus den Impulsen der verschiedenen Strömungen 1 gleiche Essenz. Selbst bei satanischen Texten erlebe ich das gelegentlich.

Zitat
Durch eine vorurteilslose, offene Haltung und Aufmerksamkeit, können wir unmittelbar in die Perspektive des Schöpfers eintreten und ....



Ich meine, niemand wird durch irgendwelche Praktiken die Perspektive des "Schöpfers" erhalten. Nicht ich komme zum "Quell" sondern der "Quell" zu mir. Jesuszitat: "Niemand kommt zum Vater denn durch mich". Nur diesen "Jesus in mir" gilt es zu erspüren.

meint

kohlibri

HansB22 Offline



Beiträge: 175

23.05.2013 00:10
#5 RE: Lesen lernen antworten

Hallo Serato,

danke für den Hinweis auf das Buch der Gespräche und das Kapitel "die schlechten Schüler".

Wer das Kapitel gerade nicht gelesen hat: die schlechten Schüler haben die Essenz der Worte des Meisters in ihre Seele sinken lassen und daraus ihre eigene Überzeugung gewonnen, die in Konflikt geriet mit den Worten des Meisters. In ihnen lebte das Wesentliche der Lehre - in gewandelter Form.
Als gut galten die Schüler, welche die Worte des Meisters getreu gelernt hatten und in jeder Lage wiedergeben konnten.

Liebe Grüße

HansB22

HansB22 Offline



Beiträge: 175

23.05.2013 00:13
#6 RE: Lesen lernen antworten

Hallo Andreas,

Zitat
"Woran könnte man erkennen, ob jemand den Wert, der durch die Worte eines Textes transportiert wurde, auch in sein Seeliges aufgenommen hat?"



Einzig und alleine am Leben. An nichts anderem, an keinem Wort, Buch, Satz, an keiner Diskussion, an nichts äußerem ließe sich das erkennen. Und es wäre auch völlig wertlos, denn Wert hat es nur in demjenigen, in dessen Leben das Wort Form wurde.
Wiedergeben lässt sich das verinnerlichte Wort nur in der Tat...jedes Bemühen, es anders auszudrücken, bleibt klägliches Wimmern...

....meint Andreas



Wow. Eine tiefe Verneigung

von HansB22

HansB22 Offline



Beiträge: 175

23.05.2013 00:24
#7 RE: Lesen lernen antworten

Hallo Kohle,

Zitat
Ich meine, niemand wird durch irgendwelche Praktiken die Perspektive des "Schöpfers" erhalten. Nicht ich komme zum "Quell" sondern der "Quell" zu mir. Jesuszitat: "Niemand kommt zum Vater denn durch mich". Nur diesen "Jesus in mir" gilt es zu erspüren.



Um richtig zu lesen, muss man das Gelesene genau so lesen wie es der Autor geschrieben hat, ohne etwas hinzuzufügen oder hinwegzulassen. Dann aber sieht man die Welt wie aus den Augen des Autors. Betrachtet man die Schöpfung des Schöpfers ohne etwas hinzuzufügen oder hinwegzulassen, dann sieht man die Welt wie aus den Augen des Schöpfers. Und noch besser. Ganz und gar gegenwärtig kann man sogar den Prozess der Schöpfung "sehen" und erleben.

Wenn ich mich Jesus hingebe, kann ich vielleicht die Welt aus den Augen des größten Liebenden erblicken.

Liebe Grüße
HansB22

Andreas Offline



Beiträge: 130

23.05.2013 10:26
#8 RE: Lesen lernen antworten

Zitat
Betrachtet man die Schöpfung des Schöpfers ohne etwas hinzuzufügen oder hinwegzulassen, dann sieht man die Welt wie aus den Augen des Schöpfers.



Und Meister Eckhart meinte dazu: "Das Auge, in dem ich Gott sehe, das ist dasselbe Auge, darin mich Gott sieht; mein Auge und Gottes Auge, das ist ein Auge und ein Sehen und ein Erkennen ...."

Diesen Satz hatte ich nie verstanden, vielleicht war er im Sinne von HansB gemeint.
Obwohl ich eher Kohle zustimmen würde, dass es nicht möglich ist die Perspektive des Schöpfers einzunehmen. Wie könnte ein so kleingeistiges Geschöpf wie ein Mensch die Schöpfung in ihrer unfassbaren Gesamtheit betrachten, nichts weglassend, nichts hinzufügend? Schließlich liegt menschliche Erkenntnisfähigkeit nur knapp über der eines Knäckebrotes. Aber nachdem ich selbst einer bin (Mensch, nicht Knäckebrot), kann ich auch nicht ausschließen, dass Hans und Meister Eckhart Recht haben....was wiederum aufzeigt, wohin solche Diskussionen führen - bestenfalls zum Wunsch: lieber Knäckebrot zu sein. Denn vollkommen ist nur das Unwissen, nicht aber das Wissen, das immer Bruchstück bleiben muss....

So sieht das aus meiner derzeitigen Perspektive aus, andere mögen es mit gleicher Berechtigung anders sehen. Und das ist das Gute daran.

Andreas

Serato Offline



Beiträge: 542

25.05.2013 01:28
#9 RE: Lesen lernen antworten

Grüß Dich, HansB!

Du hast ja in den letzten Wochen eine ganze Menge Wind verursacht, das brauchte das Forum auch mal. Da tut eine Pause sicher gut.

Zitat von HansB:
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Wenn ich mich Jesus hingebe, kann ich vielleicht die Welt aus den Augen des größten Liebenden erblicken.
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Wenn Du ein Leuchtender des Urlichts wärest ginge das, ansonsten ist es völlig unmöglich!!!! Aber der Versuch steht Dir ja offen….

Mußt aber wegen meines Beitrages nicht gleich Dein Schweigen brechen, eilt nicht.

Ein schönes Wochenende beim Superfußball wünscht Serato.

Serato Offline



Beiträge: 542

25.05.2013 16:12
#10 RE: Lesen lernen antworten

Hallo!
Fehler zugegeben……hiermit revidiere ich das Wort „unmöglich“ aus dem letzten Beitrag…. durch Erfahrung eruirt…...

„Das Geheimnis“ Seite 172……….ist ein Geheimnis……
Zitat:

„So kann auch der Geist, solange er noch nicht dem eigenen Bewußtsein des Menschen sich einte, niemals des Menschen Bewußtsein anders erreichen, als indem er die Möglichkeit schafft, daß das ihm noch nicht geeinte Bewußtsein empfindend teilzunehmen vermöge am inneren Lichtesleben eines Menschenbewußtseins, das bereits dem Geiste vereinigt ist. - - -
Diese dem Geiste restlos Vereinigten auf unserer Erde, sind aber jene wenigen Männer zu jeder Zeit, von denen ich sprach, als von des Urlichtes Leuchtenden!“

Geht also doch.

Liebe Grüße
Serato.

HansB22 Offline



Beiträge: 175

24.06.2013 14:56
#11 RE: Lesen lernen antworten

Hallo Serato,

Zitat
Zitat von HansB:
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Wenn ich mich Jesus hingebe, kann ich vielleicht die Welt aus den Augen des größten Liebenden erblicken.
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Zitat von Serato:

Wenn Du ein Leuchtender des Urlichts wärest ginge das, ansonsten ist es völlig unmöglich!!!! Aber der Versuch steht Dir ja offen….

Mußt aber wegen meines Beitrages nicht gleich Dein Schweigen brechen, eilt nicht.




Wie könnte man sich Jesus hingeben, ohne durch die Augen der Liebe zu blicken?
Wenn dich die Schwingen der Liebe nicht erheben und es unmöglich wäre, die Welt wie ein Kindlein zu sehen, hätte der größte Liebende sein Opfer umsonst erbracht.

Das würde ich nicht wollen.

Grüße
HansB22

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