Sie sind vermutlich noch nicht im Forum angemeldet - Klicken Sie hier um sich kostenlos anzumelden Impressum 
Bô Yin Râ - Forum
Sie können sich hier anmelden
Dieses Thema hat 3 Antworten
und wurde 387 mal aufgerufen
 Das Geheimnis
christoph ( gelöscht )
Beiträge:

27.11.2011 14:30
autobiografisch oder nicht? antworten

In diesem Band findet sich eine Erzählung des Jüngsten der drei Wanderer (S.106-140; 4.Auflage), in welcher er schildert, wie er zu seinen geistigen Einsichten kam, um die die Gespräche der Drei immer wieder kreisen.
Diese Erzählung darf nicht als von Bô Yin Râ "autobiografisch" gemeint genommen werden.

Auf Seite 139 finden wir den Schlüsselsatz zum Verständnis der Richtigkeit dieser Aussage:
"...ein Glück, das sonst nur den Seltenen wird, die selbst zur Vereinigung mit dem Kreise dieser Leuchtenden geboren sind, zu denen aber ich keineswegs gehöre und nie gehören kann, da man in seiner Geistnatur, Jahrtausende vor der Geburt als Mensch der Erde, sich aus freien Stücken dieser geistigen Gemeinschaft unlöslich dargeboten haben muss, um dann hier auf Erden ihrem Kreise zugefügt zu werden.- -" (Siehe auch: "Mehr Licht",186; "Welten",24)
(Es ließe sich ergänzen: "Dazu wäre es jetzt zu spät..."; in: Leb.Gott,178. Wenn besagte Entscheidung nicht zu einem sehr frühen Zeitpunkt weit vor der Geburt getroffen wurde, kann sie eben niemals "nachgeholt" werden.)

Der Jüngste der Drei ist somit kein "Leuchtender des Urlichts" und es ergibt daher keinen Sinn, seine Erzählung als von BYR autobiografisch gemeint zu verstehen.

Es gibt noch jenen Satz, der einen zu diesem Punkt "hinführenden" Charakter hat:
"Man wisse dort längst von mir auf geistigem Wege, und ich sei durch eine Art von naturgegebener psychophysischer Begabung dazu bestimmt, in eine ganz besonders nahe Verbindung zu seiner Gemeinschaft zu treten." (Geheimnis,118)
Ein LDU tritt nicht in "eine ganz besonders nahe Verbindung" zu dieser geistigen Gemeinschaft, sondern er wird ihr Mitglied.

Des weiteren gibt es zahlreiche Punkte, die den Leser schon die ganze Zeit innerhalb dieser Erzählung nur wegführen von BYRs Biografie; als da wären: Das evangelische Elternhaus, aus dem der Erzähler stammt, das bereits abgeschlossene Theologiestudium, das begonnene Studium am Polytechnikum, das Leben in der Großstadt usw.
Warum sollte BYR lauter Details bringen, die nichts mit seinem Leben zu tun haben, wenn er Autobiografisches dem Leser nahe bringen will?! (Sollen wir das unter "dichterischer Freiheit" verbuchen? Oder gar als Gedankenlosigkeit hinstellen? So könnte ich da nicht herangehen.)

Nun ist da noch die Begegnung mit dem Fremden, der nach eigener Aussage ein Mitglied dieser geistigen Bruderschaft (so wie BYR) ist, und aus Asien sich auf diese "...mir sonst wenig erfreuliche Reise nach Europa..." (S.117) begibt.
Wir wissen ferner, daß BYR selbst dieses besondere Erlebnis hatte als Siebenjähriger, als "der Alte" eines Morgens plötzlich an seinem Bettchen stand, in BYRs Kinderzeit dann öfter, später immer seltener auftauchte, und zuletzt viel später wieder, um BYR einzuweihen. Diese Vorkommnisse sind ganz sicher autobiografisch; wir finden sie vorallem im "B.d.Gespräche" und in "Nachlese-2" geschildert.

Bei diesen Begegnungen aber erinnert sich BYR immer rasch und ganz genau:
"Diesmal in wesentlich anderer Art.- -
Es erschien ein Besucher bei mir, - dem ersten Blicke nach fremd, aber in der zweiten Sekunde schon - - nur zu wohl vertraut."
(Gespräche,78)
In der Erzählung des Jüngsten der Drei hingegen finden wir nicht die Spur einer Erinnerung an mögliche frühere Begegnungen mit dem Fremden! (Siehe Geheimnis,114f)

Auch dieser Punkt ergibt unter autobiografischen Aspekten gar keinen Sinn, und der Fremde aus Asien, der den Studenten in München aufsucht, darf keineswegs mit jenem Alten in Verbindung gebracht werden, der BYR des öfteren aufgesucht hat. (Dies auch dann nicht, wenn die Motivik dazu verleiten könnte, weil sich gewisse Ähnlichkeiten finden.)

Nach meinem Verständnis stellt BYR mit dieser Erzählung eine sehr hohe, aber immerhin mögliche Stufe eines Schülers von ihm, der jetzt natürlich kein LDU mehr werden, aber eben in eine besonders nahe Verbindung zu jener Gemeinschaft treten kann, vor den Leser hin.

Auf eine autobiografische Passage kam es ihm hingegen gar nicht an, im Gegenteil: ein solches Ansinnen hätte hier nur Verwirrrung gestiftet.
Es soll ja jeder Leser alles, was auf diesem Wege möglich ist, kennenlernen, auch wenn es nicht für ihn bestimmt ist (siehe Briefe,97,180).

Christoph

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

27.11.2011 15:08
#2 RE: autobiografisch oder nicht? antworten

PS.: Wir können nie genau genug lesen!
Auch ich behaupte nicht, etwa alle Aspekte dieser Passage in allen Details bis heute erfasst zu haben.
Christoph

Serato Offline



Beiträge: 542

03.09.2012 18:31
#3 RE: autobiografisch oder nicht? antworten

Vielleicht noch mal der Hinweis auf das Nachwort dieses Geheimnisbuches, Seite 235: „Daß jedes Wort dieses Buches sich immerhin an tatsächliches Erlebnis hält, sei aber dennoch ausdrücklich betont.“ (BYR).
Somit nicht unbedingt „autobiographisch“ aber „authentisch“. Das ist doch auch was.

Liebe Grüße
Serato.

Aquarius Offline



Beiträge: 25

10.11.2012 15:09
#4 RE: autobiografisch oder nicht? antworten

Ich habe einmal gehört, dass es sich um den Schüler, der im Buch "das Geheims" zu Wort kommt, um einen der wenigen nahen Freunde von Bô Yin Râ, nämlich um "Otto Maag" gehandelt habe.

Lieben Gruss
Aquarius

Amo ergo sum

 Sprung  
Xobor Ein Xobor Forum
Einfach ein eigenes Forum erstellen