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Bô Yin Râ - Forum
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Dieses Thema hat 30 Antworten
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 Funken/Mantrapraxis
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Albert Offline



Beiträge: 507

28.08.2008 22:23
Mantren antworten

Bô Yin Râ hat ja eine beträchtliche Anzahl von deutschen Mantren geschaffen.

In den östlichen Ländern ist man gewohnt, die Mantren laut zu rezitieren. Hiervon rät Bô Yin Râ aber ab. Man solle - so habe ich ihn verstanden - die Mantren sprechen ohne Bewegungen des Mundes etc. Auf diese Weise werden sie nach innen gesprochen.

Gibt es eine besondere Art und Weise, die Mantren innerlich zu sprechen? Sollten sie laufend wiederholt werden?

lg
Albert



Bô Yin Râ - Forum

ulriksson Offline



Beiträge: 139

03.09.2008 18:37
#2 RE: Mantren antworten

Ich rate dazu, die Anleitung, die Bô Yin Râ zu den Mantren gegeben hat, sorgfältig zu lesen. Danach schreibt er: "Mit diesen Darlegungen glaube ich, jede Frage beantwortet zu haben, die sich vielleicht aus der ersten Betrachtung der zweiundzwanzig Sprüche ergeben könnte, die als "Deutsche Mantra" in Händen hält."

Liebe Grüße
Ulriksson

Albert Offline



Beiträge: 507

03.09.2008 23:08
#3 RE: Mantren antworten

Lieber Ulriksson,

ich habe in einem Zug sämtliche Bücher von Bô Yin Râ gelesen, und zwar in einer sehr kurzen Zeit. Jetzt ist es vielleicht an der Zeit, mir mehr Muße mit dem Lesen der einzelnen Bücher zu nehmen (und das mache ich auch schon).

Werde dieses Buch, wie die anderen auch, noch einmal in aller Ruhe durchlesen und dann evtl. doch noch einmal um Rat fragen.

Liebe Grüße für dich
Albert



Bô Yin Râ - Forum

ulriksson Offline



Beiträge: 139

08.09.2008 12:51
#4 RE: Mantren antworten

Lieber Albert,
Das erste Lesen dient nur dazu, die Neugier des Verstandes zu beruhigen. Erst wiederholtes seelisches Aufnehmen der Texte bekommt einen Sinn für das seelische Wachstum. Viele haben die Erfahrung gemacht, dass die Bücher auch noch nach Jahrzehnten immer wieder wie noch nie gelesen erscheinen. Man entdeckt immer wieder Neues und tiefer Liegendes, gemäß dem Fortschritt des eigenen Weges.

Liebe Grüße
Ulriksson

Albert Offline



Beiträge: 507

09.09.2008 16:36
#5 RE: Mantren antworten

Hallo Ulriksson,

inzwischen habe ich die Erklärungen Bô Yin Râs zur Praxis seiner Mantren noch einmal gelesen. Leider schreibt er nicht, ob diese Mantren wiederholt nach innen gesprochen werden sollen oder ob man sie nur ein einziges Mal aufsagen sollte.

Ich habe einige dieser Mantren auswendig gelernt und sage sie gerne auf, wenn ich z.B. in der freien Natur bin, beim Spazierengehen oder während des Radfahrens, um mich mit meinem inneren Selbst (dem Gottesfunken) zu verbinden.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass Bô Yin Râ vorgesehen hat, ein Mantra meditativ laufend zu wiederholen und würde gerne wissen, wie andere Leser ihn verstehen.

Liebe Grüße
Albert



Bô Yin Râ - Forum

Hans Offline



Beiträge: 36

10.09.2008 21:28
#6 RE: Mantren antworten
Hallo Albert,

eine weitere Erklärung von Bô Yin Râ zu den Mantras kannst Du im Buch "Nachlese I", Kapitel "Vorbemerkung zu den Funken" (Seite 30) finden. Dort wirst Du auch Deine Frage nach den Wiederholungen beantwortet finden: er schreibt -ich zitiere wörtlich - "...die okkulte Wirkung solcher Lautfolgen tritt erst ein, bei kontinuierlich fortgesetzter Wiederholung, was manchem ein Fingerzeig sein mag, der das tägliche "Ableiern" (!) gewisser liturgischer Formeln, wie er es vielleicht beim Chorgebet der Mönche irgendwo zu beobachten Gelegenheit fand, nur als "unsinnige" und "geisttötende" Übung aufzufassen vermag..." und weiter unter, - ich zitiere wieder - "...eine okkulte Einwirkung auf seinen geistigen Organismus darf er allerdings erst dann erwarten, wenn er längere Zeit hindurch, Tag für Tag, sich unter die innere Einwirkung der innerlich gefühlten Lautfolgen stellt.."

Im Büchlein "Funken" schreibt er auch, man solle das Mantra täglich zu ruhiger Stunde in sich hinein sprechen, usw., usw. und erklärt dann, das Mantra soll sofort beendet werden, wenn Ermüdung eintritt. Dies ist auch ein Fingerzeig für mich, dass es vielfach wiederholt wird, denn - tritt bei Dir nach einmaligem "Aufsagen" schon Ermüdung ein?

Ein Mantra ist übrigens ein Formungsmittel der Seele. Aber nur das innerlich gehörte Mantra. Um auf Deine vorher gehenden Fragen auch noch zu antworten: Du hast Recht, dass es im Orient auch laut gesprochene, oder geflüsterte, oder gemurmelte Mantras gibt. Aber wie Du sicher gelesen hast, sind diese Formen geschaffen, um auf körperlicher Ebene, oder auf den unsichtbaren, fluidialen Körper zu wirken. Es gibt Mantras in Asien, um Krankheiten zu heilen, aber auch um andere zu schädigen (!), den Geist zu verwirren, oder angeblich auch, um zu töten. Um uns Unkundige vor Schaden zu bewahren, hat uns B.Y.R. deshalb davor gewarnt.

Ich selbst benutzte Mantras seit vielen Jahren und ich rezitiere sie schon,wie Du in der Frage ansprichst, meditativ mit laufender Wiederholung. Manchmal, wenn es mir gut tut, bis zu einer Stunde. Aber auch wie Du, beim Waldspaziergang,aber auch bei "stumpfsinnigen" Warten, z.B. in einem Arzt-Warteziimmer.
Warum kannst Du Dir das nicht vorstellen, ein Mantra meditativ laufend zu wiederholen?

herzliche Grüße
Hans



Hans Offline



Beiträge: 36

10.09.2008 21:35
#7 RE: Mantren antworten
Zum Beitrag von Ulriksson vom 8.9.2008

Hallo Ulriksson und Albert,

mir fällt als Gleichnis da gerne die Entdeckung Trojas ein. Zuerst meinte man, diese Stadt gefunden zu haben. Als alles ergraben war, fand man darunter eine ältere Stadt, bei weiterem Schürfen, darunter wieder eine, noch ältere Stadt. Immer wenn man gemeint hat, den letzten Grund gefunden zu haben, entdeckte man darunter Tiefer-Liegendes.

Grüße von
Hans
Albert Offline



Beiträge: 507

26.09.2008 16:18
#8 RE: Mantren antworten

Lieber Hans,

dein Vergleich mit der Entdeckung Trojas ist sehr aufschlussreich und mir selbst fällt dazu ein ähnliches Gleichnis ein, das im "Evangelium des vollkommenen Lebens" Jesus zugeschrieben wird.

Er berichtet hier von der Bergbesteigung eines Menschen, der - immer wenn er glaubte den Gipfel des Berges erreicht zu haben - einen neuen, noch höheren Gipfel sieht. Weiterhin wird auch gesagt, dass das, welches gesehen und empfangen wird von dem Einen nicht von dem Anderen gesehen und empfangen werden kann.

LG
Albert



Bô Yin Râ - Forum

Albert Offline



Beiträge: 507

26.09.2008 18:44
#9 RE: Mantren antworten

Lieber Hans,

ich habe jetzt noch einmal den erklärenden Text in dem Buch Funken/Mantrapraxis und in der Nachlese I gelesen. Vielleicht ist es tatsächlich so gemeint, dass man diese deutschen Mantren über eine längere Zeit hindurch "einsprechen" kann. Es mag auch sein, dass es nach längerer Zeit möglich ist, sie bis zu einer Stunde zu sprechen.

Da Bô Yin Râ aber in einem anderen Buch (?) von der Notwendigkeit der Meditation spricht, welche durchaus auch von einer Stunde Dauer sein kann, erfordert dieses Vorgehen schon, dass man sich auch dafür eine gewisse Zeit des Tages nehmen muss. Aber ich gehe davon aus, dass sich alles mit der Zeit schon ergeben wird.

Liebe Grüße
Albert



Bô Yin Râ - Forum

Albert Offline



Beiträge: 507

30.09.2008 19:30
#10 RE: Mantren antworten

Zu der Mantra-Praxis habe ich noch die folgende Frage, die mir in den Sinn kam. Sollte man ein jeweiliges Mantra mit Aum, Om oder Amen abschließen oder nicht?

Wie wird solches denn von euch gehandhabt?


Liebe Grüße
Albert



Bô Yin Râ - Forum

Hans Offline



Beiträge: 36

30.09.2008 23:35
#11 RE: Mantren antworten

Hallo Albert,

ich spreche natürlich nur für mich: also ich "schließe" ein Mantra nicht zwangsläufig mit OM, AUM, oder Amen ab. Diese Silben verwende ich nur dort und nur an den Stellen, wohin sie gesetzt wurden.
Meiner Meinung nach ist jedes Mantra nach "lautmagischen" Gesichtspunkten geformt worden und ist, - wie ein Musikstück - ein in sich fertiges, geschlossenes "Kunstwerk", an das ich nichts hinzu zu fügen brauche, auch kein OM.
Es steht auch nirgens beschrieben, dass ein Abschluss mit OM nötig, oder sinnvoll ist und ich bin mir sicher, dass Bô Yin Râ darauf hingewiesen hätte. Er hat diese Silben ja in manche Mantras mit "eingebaut" und dort haben sie mit Sicherheit ihren Sinn in diesem Gefüge aus Zahl, Klang und Rhythmus. Dort, wo sie nicht stehen, füge ich sie auch nicht ein.
(selbst in tibetischen, oder asiatischen Mantras hat nicht jedes als Abschluß ein OM, manche nur am Anfang, z.B. Om mane padme hum, oder om tare tu-tare soha, usw.)

Ich habe die meisten Mantras im Laufe der Zeit auswendig gelernt - nicht, um streberhaft ein Pensum zu erfüllen - sondern,um kein Buch dafür mehr gebrauchen zu müssen, um ohne Ablenkung die Augen schließen zu können und die Mantras völlig gleichmütig, wie ein altbekanntes Kinderlied oder altvertrautes Gedicht wieder und wieder in mir zu rezitieren.

liebe Grüße
Hans

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

22.05.2010 22:27
#12 RE: Mantren antworten

Hier wurde lange nichts geschrieben, und aus meinen Fragen "Zur Aussprache einiger Worte bei BYR" macht ich damals einen eigenen Thread im Block: Allgemeine Themen (am 26.2.2010), da es auch um Fragen zur Aussprche in anderen Büchern ging. Jetzt geht es aber nur um eine Bitte zur Klärung dieses eine Buch betreffend.

Auf S.39 unten lesen wir u.a.: "...und spreche ihn ohne Deklamation, ohne Emphase, schlicht, einfach...". - Dazu nehme ich jetzt als Beispiel das vorletzte (21.) Mantra (S.28):
Brenne - Geist! - Brenne
Durch Haut und Gebein! -

Das erste Wort ist unterstrichen (od. kursiv gedruckt), das zweite hat ein Ausrufungszeichen, das dritte ist wieder unterstrichen (und groß geschrieben!). In dieser Diktion geht es weiter, in den anderen Mantren nicht minder; - eindringlicher - kann - man nicht schreiben!!! Woraus mir die Frage kam:
Wie bringe ich das zusammen mit der Sprechanweisung aus dem Nachwort?? Wie spreche ich so viel Eindringlichkeit "ohne Deklamation, ohne Emphase, schlicht, einfach.." nach innen???
Ich konnte den Widerspruch bis heute nicht auflösen.

Christoph

Rob Offline



Beiträge: 62

23.05.2010 17:47
#13 RE: Mantren antworten

Lieber Chirstoph,

Vielleicht ist es nicht allzukompliziert.
Ich meine, Bô Yin Râ hat durch die Anwendung der Orthographie und der Typographie versucht dem Leser aus zu fordern, nicht zu schnell zu lesen bzw. nach innen zu sprechen.
Alles ist eine Bitte zum Verzögerung, zur liebevoller Beteiligung und Aufmerksamkeit, zur Hingabe. Dafür braucht man Zeit. Langsam gehen.
Die Worte, Syllaben, gerade die Letter wollen geschmeckt werden.
Kursiv, Fett, Aufrufungszeichen, Striche, Weiss usw. helfen, nicht ein zu schnelles Tempo zu wählen, kein Allegro giusto, vielmehr Andante oder Andantino bis Adagio.
Deklamation? Nein, nichts theatrals. Doch mit Gefühl, Empfindung in uns selbst.
Jede Note (Klang) soll klingen, legato sogar in der Stille.
Rob

Hans Offline



Beiträge: 36

24.05.2010 00:01
#14 RE: Mantren antworten

lieber Christoph, und auch lieber Rob,

ich finde, Rob hat es sehr schön beschrieben und ich sehe es auch so, wie Rob.
Die Anweiseung, "schlicht und einfach, ohne Emphase" ein Mantra innerlich zu sprechen, soll nicht heißen, schlampig herunter leiern. Trotzt "schlicht und ohne Emphase", doch gründlich, langsam und Wort für Wort, Silbe für Silbe. Deshalb wir wohl jedes Wort hervorgehoben sein, durch Kursiv-Druck und Ausrufezeichen. Weil es auf jedes einzelne Wort ankommt.
Christoph - Dein Ausdruck "eindringlich" finde ich sogar recht passend und ich finde, "ohne Emphase", aber gleichzeitig "eindringlich" gar nicht so widersprüchlich. Das Wort "eindringlich" passt meines Erachtens insofern, weil ein Mantra "eindringt". Bô Yin Râ schreibt in einem Brief an Gustav Meyrink zum Thema Mantra unter anderem folgendes: "...so ein Wort bohrt sich körperlich ein, bis es den Kern trifft und befruchtet..."
Christoph, sprich "Deine" Mantras innerlich in Dich ein, "ohne Emphase", aber "eindringlich", Wort für Wort, Silbe für Silbe und Dein Widerspruch ist aufgelöst :-)

liebe Grüße
Hans

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

24.05.2010 12:09
#15 RE: Mantren antworten

Lieber Hans, lieber Rob,

- puh - das geht ja schon in Richtung (psychotherapeut.) Selbsterfahrung... Ihr wisst gar nicht, was Ihr mir da alles sagt, aber Eure Hinweise treffen einfach ins Schwarze. (Ja - meine stürmische, oft genug ungeduldige Art.... usw; ich schweige besser.)
Und daß ich im Grundberuf Musiker bin - wusstest Du das, Rob?

Habt großen Dank!
Christoph

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