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Bô Yin Râ - Forum
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Dieses Thema hat 30 Antworten
und wurde 1.612 mal aufgerufen
 Funken/Mantrapraxis
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Rob Offline



Beiträge: 62

24.05.2010 13:00
#16 RE: Mantren antworten

Lieber Christoph,

Ich hatte in Deinem Profil gesehen, dass Du Dich mit Musik beschäftigt.
So, ja - ich habe mit Absicht etwas "musikalisches" in meinen Worten getan.
So, ja Du weisst genau, dass Adagios schwieriger zu spielen sind als Prestos.
Ich wünsche Dir, dass Du viele neue "Noten" und Pausen hörst!

Herzliche Grüsse,
Rob

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

24.05.2010 14:01
#17 RE: Mantren antworten

Pausen sind auch Musik - fraglos!!

Chr.

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

01.06.2010 17:32
#18 RE: Mantren antworten

Zitat von Rob
Lieber Chirstoph,
Vielleicht ist es nicht allzukompliziert.
Ich meine, Bô Yin Râ hat durch die Anwendung der Orthographie und der Typographie versucht dem Leser aus zu fordern, nicht zu schnell zu lesen bzw. nach innen zu sprechen.
Alles ist eine Bitte zum Verzögerung, zur liebevoller Beteiligung und Aufmerksamkeit, zur Hingabe. Dafür braucht man Zeit. Langsam gehen.
(...)
Rob


Ausgehend von Robs Posting möchte ich an einem konkreten Beispiel zeigen, daß "Langsamkeit" für mich nicht der einzige Grund ist, warum die Hervorhebungen in BYRs Texten so wichtig sind.
Als Beispiel wähle ich folgenden Satz aus "Worte des Lebens", S.76 aus, den ich dreimal zitieren werde.

"Ich aber bin ewige Wahrheit und was nicht in mir sich erfüllt, ist Trug und Schein!"

Soweit der reine Wortlaut, ohne jede Hervorhebung. - BYR hat aber so geschrieben:

"Ich aber bin ewige Wahrheit und was nicht in mir sich erfüllt, ist Trug und Schein!"

Angenommen, BYR hätte keine Hervorhebungen / Betonungen gesetzt (Beispiel 1), dann hätte ich für mich gelesen:

"Ich aber bin ewige Wahrheit und was nicht in mir sich erfüllt, ist Trug und Schein!"

Woher ich das so genau weiss? Ich kannte diesen Satz irgendwann auswendig (hatte ihn mir gemerkt, wobei sich die falsche Betonung eingeschlichen hatte), und als ich, wie durch Zufall, wieder im Buch auf die Stelle stieß, sah ich zu meinem Erstaunen die andere, richtige Betonung...
Ich könnte übrigens begründen, was ich mir bei meiner verschobenen, falschen Betonung gedacht habe (nämlich i.S.v.: das ewige Ich muss "Ort" oder "Punkt" der Erfüllung sein, usw. usf.), und hätte auch noch mehrere solcher Beispiele - bis hin zu dem Fall, daß mir eine bestimmte Betonung überhaupt nicht "passen" will und ich viel lieber meine eigene setzen würde....

Ich wollte nur zeigen, auf welches Maß an Genauigkeit im Verständnis und Aufnehmen der Worte es Bô Yin Râ ankam, und daß das langsame Lesen (siehe: Schüler, letztes Kap.) nicht der einzige Aspekt ist, auf den es dabei ankommt.

Christoph

Serato Offline



Beiträge: 543

03.06.2010 00:55
#19 RE: Mantren antworten

Lieber Christoph!
In meiner Ausgabe "Worte des lebens", 3. Auflage von 1981 findet sich keinerlei Hervorhwebung des von Dir zitierten Satzes. Korrigiert nach früheren Ausgaben oder doch nicht so wesentlich? Ist mir jedenfalls nie aufgefallen, die Dehnungsstriche aber schon.

Liebe Grüße von Serato.

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

03.06.2010 09:39
#20 RE: Mantren antworten

Lieber Serato,
sowohl in meiner Ausgabe ist es so geschrieben /gedruckt (habe die Auflagen-Nr. aber nicht im Kopf...), wie auch bei http://www.evgem-dornach.org/boyinra (woraus ich für das Posting abschrieb).
Herzliche Grüße von Christoph

Andreas Offline



Beiträge: 131

03.06.2010 13:02
#21 RE: Mantren antworten

Hallo Serato,

ich habe die gleiche 3. Auflage - ein unveränderter Nachdruck der 2. Auflage von 1959.
Die Hervorhebung ist dort in "g e s p e r r t e n Lettern" vorhanden, also ist lediglich der Abstand zwischen den Buchstaben etwas weiter.

Schwer zu erkennen und von daher vielleicht nicht wirklich günstig.

Es grüßt herzlich: Andreas

kohle Offline



Beiträge: 218

03.06.2010 13:45
#22 RE: Mantren antworten

letzter Versuch, im Nur-Text Format - drückt mir die Daumen:

hallo,

Was mir dazu einfällt:

Beim Lesen von BYRs Texten dringt aus den Worten tiefe Nachhaltigkeit in mich ein. Ihr Echoklang arbeitet intensiv in meinem Inneren, holt Verborgenes hoch. Darin liegt für mich zur Zeit der Sinn seiner Texte. So kann ich es annähernd beschreiben.

 

Die Hervorhebung bestimmter Textstellen, so meine ich, sollen den Zugang dieser Nachhaltigkeit in meine tieferen Schichten begünstigen.

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"Ich aber bin ewige [b]Wahrheit[/b] und was nicht [b]in mir [/b]sich erfüllt, ist Trug und Schein!" [/quote]

Diese Lesart hebt den Selbstbetrug mit Ich-Gedanken hervor und würde eine subtilere Kommunikation blockieren.

[quote]"Ich aber bin ewige [b]Wahrheit[/b] und was nicht in mir sich [b]erfüllt[/b], ist Trug und Schein!"[/quote]

Diese Tonlage ist viel ansprechender. Wahrheit kann sich in mir erfüllen, wenn "ich" (in meiner Selbstbehauptung ) zurücktrete. Diese Ermunterung kann Fenster in meinem inneren öffnen.

meint

kohle

kohle Offline



Beiträge: 218

03.06.2010 13:47
#23 RE: Mantren antworten

jetzt aber, (war mein Fehler)

hallo,

Was mir dazu einfällt:

Beim Lesen von BYRs Texten dringt aus den Worten tiefe Nachhaltigkeit in mich ein. Ihr Echoklang arbeitet intensiv in meinem Inneren, holt Verborgenes hoch. Darin liegt für mich zur Zeit der Sinn seiner Texte. So kann ich es annähernd beschreiben.


Die Hervorhebung bestimmter Textstellen, so meine ich, sollen den Zugang dieser Nachhaltigkeit in meine tieferen Schichten begünstigen.

Zitat
"Ich aber bin ewige Wahrheit und was nicht in mir sich erfüllt, ist Trug und Schein!"



Diese Lesart hebt den Selbstbetrug mit Ich-Gedanken hervor und würde eine subtilere Kommunikation blockieren.

Zitat
"Ich aber bin ewige Wahrheit und was nicht in mir sich erfüllt, ist Trug und Schein!"



Diese Tonlage ist viel ansprechender. Wahrheit kann sich in mir erfüllen, wenn "ich" (in meiner Selbstbehauptung ) zurücktrete. Diese Ermunterung kann Fenster in meinem inneren öffnen.

meint

kohle

Serato Offline



Beiträge: 543

03.06.2010 20:55
#24 RE: Mantren antworten

Danke, Andreas, Danke Christoph!
Ich habe die leicht zu übersehende Sperrung der Buchstaben mit einer Lupe entdecken können, viele andere übrigens auch. Allerdings messe ich dem keine sonderliche Wertung bei, da es sich meist um positive Begriffe wie "Wille", "Licht" o.ä. handelt, die hervorgehoben sind. Aber da möge jeder mit umgehen, wie er es für nötig erachtet, da jeder auch andere Prioritäten setzt.
Mit lieben Grüßen von Serato.

Rob Offline



Beiträge: 62

04.06.2010 00:35
#25 RE: Mantren antworten

Einiges zur Überwegung:

Man lese Bô Yin Râ (ausser Mantra-Praxis):
Wegweiser - Lesen lernen, 47-58;
Der Weg meiner Schüler - Wie meine Bücher gebraucht werden wollen, 179-204.

Spezifik:
"Um wirklich das aufnehmen zu können, was in meinen Büchern gegeben ist, wird man sehr bedachtsam lesen lernen müssen." (BYR, WmS, 188)

"Überall, wo es nötig wird, sind die von mir formulierten Sätze, Worte und Silben mit substantiellem Geistigen - gleichnisweise gesagt: - 'geladen'." (BYR, WmS, 185)

"Ich kann überdies nichts schreiben, was ich nicht in betontester Weise als gesprochen empfinde. Dieser Umstand erklärt alles, was auf den ersten Blick vielleicht an meiner Art, die Sätze zu sondern und die Interpunktion anzuordnen, als gesuchte Wunderlichkeit erscheinen könnte. Da Sie ja jetzt im Besitz des im Laufe zweier Jahrzehnte von mir Geschriebenen sind, wird Ihnen auch in manchem der zuerst erschienenen Bücher eine freigebige Verwendung
der Gedankenstriche auffallen, die aus dem Bedürfnis zu erklären ist, irgendwelche Zeichen zu haben für die kürzeren oder längeren Pausen zwischen den als gesprochen empfundenen Wortfolgen. Das fatale Mißverstehen der Absicht hat mich dann später aber veranlaßt, den Gebrauch dieser Zeichen aufs Allernötigste einzuschränken.
Dessenungeachtet besteht für den Leser die Notwendigkeit weiter, sich das Geschriebene lauthaft gesprochen vorzustellen, wenn er sich nicht selbst um recht Wesentliches bringen will, was ihm die gelesenen Sätze an Innerstem zu geben haben."
(BYR, Briefe an Einen und Viele, 35-37)

Ich meine:

Vielen Hervorhebungen lassen sich erklären als eine Betonung in gesprochener Rede.

Es ist ein Unterschied zwischen die Mantren und die anderen Lehrtexte.
Die Mantren sollen, wie BYR schreibt, lautlos eingesprochen werden. Dort ist die magische Klangwirkung der Silben und Worte wirksam an sich, unabhängig davon, ob betont wird oder nicht.
Die 'Ladung' der Worte der anderen Lehrtexte kann "beim lauten oder auch nur 'gedachten' Aussprechen" freiwerden (WdS, 186).
Bei beiden ist das allerwichtigste: das Empfindungsvermögen, nicht das Verständnis.

Das Zitat aus Worte des Lebens (76): "Ich aber bin ewige Wahrheit und was nicht in mir sich erfüllt, ist Trug und Schein!" kann man besser sehen in Zusammenhang mit dem vorherigem Satz:

"Siehe, ich leide in dir, da ich in mir selbst nicht leiden kann und alles Leid vor meinem Lichte Lüge wird!
Ich aber bin ewige Wahrheit und was nicht in mir sich erfüllt, ist Trug und Schein!"


Wer ist "ích" in diesen Sätze? Ich meine, es ist der Autor, Bô Yin Râ, und nicht der Leser. Würde Bô Yin Râ zu kampfen haben mit ego-Gedanken? Daher keine Betonung des Wörtchen "mir", aber logischerweise ist "erfüllt" betont.
Und "Wahrheit" steht der "Lüge" gegenüber.

Liebe Grüsse,
Rob

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

04.06.2010 10:05
#26 RE: Mantren antworten

Zitat von kohle
jetzt aber, (war mein Fehler)
hallo,
Was mir dazu einfällt:
(...)

Zitat
"Ich aber bin ewige Wahrheit und was nicht in mir sich erfüllt, ist Trug und Schein!"


Diese Lesart hebt den Selbstbetrug mit Ich-Gedanken hervor und würde eine subtilere Kommunikation blockieren.
(...)
meint
kohle




Lieber Kohle,

danke vielmals für Deinen Beitrag!
Frage: Wer ist "Ich" in "Worte des Lebens"? Wer spricht diese Worte??
Wie entsteht bei Dir die Vermutung oder Befürchtung bestehenden oder entstehenden "Selbstbetrugs mit Ich-Gedanken"?

Liebe Grüße von
Christoph

kohle Offline



Beiträge: 218

04.06.2010 17:05
#27 RE: Mantren antworten

hallo Christoph,

Zitat
Frage: Wer ist "Ich" in "Worte des Lebens"? Wer spricht diese Worte??



"Ich aber bin ewige Wahrheit und was nicht in mir sich erfüllt, ist Trug und Schein!" Diese Ausdrucksweise erinnert mich stark an Krsna in der Bhagavad-Gita. Ich finde Resonanz in meinem Inneren dazu. Aber egal, ob ich es Krsna oder Gott nenne, die Quelle ist für mich unaussprechlich. Sie ist lediglich erfahrbar.

Zitat
Wie entsteht bei Dir die Vermutung oder Befürchtung bestehenden oder entstehenden "Selbstbetrugs mit Ich-Gedanken"?



Richte ich meine Lebenshaltung auf meine innere Gewissheit/Intuition aus, so treten dabei auch zweifelnde Gedanken auf. Sie entstammen meinen bisherigen Lebensgewohnheiten und meinen Neigungen. Meine Gedanken werden also aus zwei verschiedenen zumeist gegenläufigen Quellen gespeist.

Intuition und sinnenbezogenes Weltbild. Das ist keine Vermutung oder Befürchtung. Es ist meine Realität. Ich kann meine Sinnesverhaftung auch als die STeine meines Weges vergleichen. Es ist ok so.

Ja?

alles gute

kohle

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

04.06.2010 20:51
#28 RE: Mantren antworten

Lieber Rob (und alle anderen),

Dir wollte ich noch sagen zu DEINER Frage: Wer ist "ich" in diesen Sätzen?: Sieh mal nach in: "Über die Gottlosigkeit", S.93. Dort steht Entscheidendes, und ebenso ganz am Ende des Buches "Worte des Lebens" (die vier letzten Worte!).
Dieses Buch (WdL.)nimmt ja laut BYR eine Sonderstellung innerhalb des HC ein, ähnlich wie "Welten".

Bitte entschuldige, bin gerade in Eile,
Christoph

Rob Offline



Beiträge: 62

04.06.2010 21:50
#29 RE: Mantren antworten

Lieber Christoph,
Dank für Deine Nachricht.
Diese Zusammenhang habe ich übersehen.
Vielleicht willst Du selber noch mehr hierüber sagen?
Liebe Grüsse von Rob

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

20.06.2010 13:48
#30 RE: Mantren antworten

Lieber Rob und alle Mitlesenden,

"Fragen, auf die du dir selbst nicht Antwort geben kannst, haben auch dann ihre letzte Beantwortung nicht gefunden, wenn du von anderer Seite eine Antwort hoerst...
In dir selbst muss dein ganzes Sein und Denken seine tiefste Begruendung finden. -" (Welten, letztes Kap.)

Zwar ist das "Hoeren" von BYR unterstrichen, weshalb man auch daraus lesen(!) koennte, dass das Lesen von "Fremdem", nicht "Eigenem" weniger das Problem ist, als wenn man "Fremdes" hoert.

Ganz sicher bin ich mir da allerdings nicht; ich koennte diese zentrale Stelle ("Wir sollen uns nicht gegenseitig beeinflussen....") aber auch so nehmen, dass sie mir sagt: Alle Antwort, die du "von aussen" erhaellst, also von einem Anderen, der du eben nicht selbst bist, ist keine wirkliche Antwort fuer dich, befriedigt deinen Fragedrang nur scheinbar und oberflaechlich.

Weshalb ich nicht so gern auf Deine zuletzt gestellte Frage eingehe....; ich kann Dir halt nur meine Antwort anbieten:

In diesem (besonderen) Buch sind "Leben" (Worte des LEBENS), "Gott" und "Ich selbst / Ich bin" ein und dasselbe.

Womit auch klar ist, dass mit "Ich" nicht der irdisch-vergaengliche Leser dieser "Worte des Lebens" gemeint ist.

Mit herzlichen Gruessen aus der herrlichen Normandie und bloedem Kampf mit der franz. Tastatur (soviel zum Thema "Globalisierung"....) von
Christoph

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