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Bô Yin Râ - Forum
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Dieses Thema hat 22 Antworten
und wurde 813 mal aufgerufen
 Das Gebet
Seiten 1 | 2
Albert Offline



Beiträge: 507

21.08.2010 11:01
Liebevoll denken? antworten

Liebe Freunde im Forum,

die letzten Einträge im Forum haben in mir immer wieder die Frage aufkommen lassen, was eigentlich genau die Liebe im Sinne der Lehren BYRs ist.

Das Kapitel "So sollt ihr beten" fängt gleich mit dem ersten morgendlichen Gebet an "In der Stunde des Erwachens".

Bei den letzten drei Bitten an den innereigenen Gott geht es darum, sein eigenes Denken, seine Worte und sein Handeln der Liebe zu unterwerfen.

Wenn man nun diese drei Handlungen im täglichen Leben wirklich umsetzen möchte, ist es dann nicht nötig, sein ganzes Denken, seine Worte und sein Handeln JEDERZEIT mit dem Willen zu kontrollieren? Im Moment stelle ich mir das nahezu unmöglich vor.

Im Grunde genommen würde es ja genügen, nur sein Denken unter Kontrolle zu halten, denn um Worte auszusprechen und um zu handeln, muss ja schon vorher alles durchdacht sein.

Fällt es euch leicht, im täglichen Leben immerzu das eigene Denken zu beobachten?

Liebe Grüße

Albert

ulriksson Offline



Beiträge: 139

22.08.2010 13:40
#2 RE: Liebevoll denken? antworten

Ich verstehe darunter eine innere Haltung des Gebenwollens und Vertrauens, der Dankbarkeit und des Respekts und der Güte, so wie die Sonne ihre Strahlen auf alles fallen lässt, was ihr nahekommt, ohne zu urteilen.

Solange man sich bei jeder unangenehmen Alltagssituation beherrschen muss, um Worte der Liebe zu finden und auszusprechen, ist man noch nicht „in der Liebe“. Jeder ist zum jetzigen Zeitpunkt so wie er ist, und das muss man annehmen. Aber man kann Gedanken und Gefühle, die sich außerhalb der Liebe bewegen, weitertragen, ihnen Beachtung schenken und damit stärker werden lassen, oder einfach kommen und gehen lassen, also mehr oder weniger herunterschlucken und ignorieren. Es geht um eine Art Gedankenhygiene, die mit der Zeit mehr und mehr nur Seelenkräfte zur Auswirkung kommen läßt, die dem Ideal der Liebe nahestehen. Dann muss man im Alltag nicht mehr angespannt darauf achten, das richtige (liebevolle) zu sagen, sondern es wird einem zur Gewohnheit und zu selbstverständlichem inneren Bedürfnis.

Das sind alles nur erste Vorstufen zur Entfaltung der Urkraft der Liebe, die unser Erdendasein überdauert, einer Liebe, die keines Gegenstandes mehr bedarf, die einfach nur ist.


Lichtvolle Grüße
Ulriksson

Albert Offline



Beiträge: 507

23.08.2010 21:27
#3 RE: Liebevoll denken? antworten

Lieber Ulriksson,


vielen Dank für die Beantwortung meiner Fragen.



Ich verstehe darunter eine innere Haltung des Gebenwollens und Vertrauens, der Dankbarkeit und des Respekts und der Güte, so wie die Sonne ihre Strahlen auf alles fallen lässt, was ihr nahekommt, ohne zu urteilen.

"ohne zu urteilen"
bedeutet das für dich, dass jegliche Kritik an der Umwelt, der Politik, am Mitmenschen etc. zu unterbleiben hat?



Solange man sich bei jeder unangenehmen Alltagssituation beherrschen muss, um Worte der Liebe zu finden und auszusprechen, ist man noch nicht „in der Liebe“.

Genügt es nicht, den "Schmerz", der mir z. B. von anderen verursacht wird, einfach zu ignorieren, anstatt nach Worten der Liebe zu suchen?

Jeder ist zum jetzigen Zeitpunkt so wie er ist, und das muss man annehmen. Aber man kann Gedanken und Gefühle, die sich außerhalb der Liebe bewegen, weitertragen, ihnen Beachtung schenken und damit stärker werden lassen, oder einfach kommen und gehen lassen, also mehr oder weniger herunterschlucken und ignorieren. Es geht um eine Art Gedankenhygiene, die mit der Zeit mehr und mehr nur Seelenkräfte zur Auswirkung kommen läßt, die dem Ideal der Liebe nahestehen. Dann muss man im Alltag nicht mehr angespannt darauf achten, das richtige (liebevolle) zu sagen, sondern es wird einem zur Gewohnheit und zu selbstverständlichem inneren Bedürfnis.

Diese Gedankengänge habe ich auch gehabt.

Das sind alles nur erste Vorstufen zur Entfaltung der Urkraft der Liebe, die unser Erdendasein überdauert, einer Liebe, die keines Gegenstandes mehr bedarf, die einfach nur ist.


Liebe Grüße
Albert

Anna Offline




Beiträge: 68

24.08.2010 12:48
#4 RE: Liebevoll denken? antworten

Lieber Albert,

für mich sind diese von Dir angesprochenen Bitten ein Übergeben meines Willens, ein Unterordnen meines 'persönlichen' Willens, wenn Du so willst eine Art 'Opfergabe' - nicht mein Wille geschehe... Insofern auch ein Anvertrauen, ein mich Überlassen an die Liebe. Nichts, was ich rein verstandesmässig kontrollieren könnte. Eine Art Grundstimmung, Grundausrichtung, die ich insbesonders am frühen Morgen als sehr segensreich und wirkungsvoll empfinde, wenn ich mich vom Alltag noch nicht habe vereinnahmen lassen. Denn das passiert mir unweigerlich im Laufe des Tages bei meiner Arbeit.

Aber es gelingt mir dann leichter, wieder zurück zu finden, wenn ich abgetriftet bin. Ich kann Dir nicht genau sagen, wie das geschieht, es ist kein kontrolliertes Denken. Eher so eine Art innerer Weckruf, und dann besinne ich mich wieder und richte mich erneut aus.

Früher habe ich das mit äusseren Mitteln versucht (z.B. mit jeder Stunde ein mal den Wecker stellen oder mit bewusstem Atmen zu bestimmten Zeiten). War vorübergehend hilfreich, aber doch ganz anders.

Ob vorher schon alles durchdacht sein muss, was gehandelt und ausgesprochen wird, wage ich anzuzweifeln :-) Wir sind als Menschentiere doch sehr emotionsgesteuert und da kommt das 'Denken' oft nicht mehr zum Zuge. Unsere unbewussten Handlungen und Reaktionen überwiegen und ich glaube auch nicht, dass unser Gehirn dafür geschaffen ist, hier die Vorherrschaft zu übernehmen.

Ich weiss nicht, ob für Dich hilfreich ist, was ich geschrieben habe. Vielleicht verwirrt es eher. Das ist gerade eine grundsätzliche Frage, die ich mit mir herum trage: macht es Sinn, mich hier mitzuteilen? Wozu kann es gut sein? Viele hier lesen nur und schreiben nie (es gibt eine Menge neue Mitglieder, die regelmässig hier reinschauen, bisher aber keinen Beitrag geschrieben haben). Warum ist das so? Weil sie sich keine Blöße geben wollen? Weil wir die für uns gültigen Antworten letztendlich ohnehin nur in uns selbst finden können?


Nachdenkliche Grüße,

Anna

ulriksson Offline



Beiträge: 139

24.08.2010 21:36
#5 RE: Liebevoll denken? antworten

Lieber Albert,

"ohne zu urteilen"
bedeutet das für dich, dass jegliche Kritik an der Umwelt, der Politik, am Mitmenschen etc. zu unterbleiben hat?


Dieses "Urteilen" ist in einer besonderen Weise gemeint. Ich will versuchen dies anhand von Beispiel deutlicher zu machen:

Angenommen, jemand tut etwas, was nach unseren Maßstäben nicht gut zu nennen ist. Diese Handlung bewerte natürlich auch in dieser Weise, aber ich hüte mich davor, über den Menschen zu urteilen, da ich seine Geschichte nicht kenne und schon garnicht sein innerstes Seelenleben.

Wenn ich mich gegen jemanden zur Wehr setzen muss, brauche ich ihn deshalb nicht zu hassen. Es genügt, das Notwendige zu tun, um mich oder andere zu beschützen.

Natürlich bewerte ich Politik, Mitmenschen usw. aber ich bemühe mich darum, die anderen so sein zu lassen wie sie sind, ohne sie zu verurteilen, auch wenn ich anderer Meinung bin, wozu ich auch mit gutem Recht stehe.

Bitte versuche anhand dieser Beispiele "zwischen den Zeilen zu lesen", da es mit den paar Worten sicher nicht getan ist, zu erklären, wie ich das "nicht urteilen" verstehe. Ansonsten kann schnell eine unschöne und vor allem unfruchtbare Diskussion um Dinge entstehen, die eher im Empfinden, als in der Logik verstanden sein wollen.


Genügt es nicht, den "Schmerz", der mir z. B. von anderen verursacht wird, einfach zu ignorieren, anstatt nach Worten der Liebe zu suchen?

Ich dachte hierbei an eine Situation, zum Beispiel einen Streit, indem es durchaus angebracht ist, sich zu äußern. Ich kann mit Gegenaggression antworten oder beschwichtigen. Denken wir an die Bergpredigt . . .

Zu Annas Nachdenklichkeit möchte ich sagen, dass mir ein Forum, in dem ich weiß wer mein Mitleser ist und über dessen Meinen ich mir ein Bild machen kann, auch lieber wäre, als ein unkontrolliertes öffentliches Forum. Ob sich sowas im Internet realisieren lässt, weiß ich nicht.

Lichtvolle Grüße
Ulriksson

kohle Offline



Beiträge: 218

24.08.2010 23:53
#6 RE: Liebevoll denken? antworten

hallo albert,

so wie ich es für mich verstehe:

Zitat
die letzten Einträge im Forum haben in mir immer wieder die Frage aufkommen lassen, was eigentlich genau die Liebe im Sinne der Lehren BYRs ist.



Es ist das, was den Leser anspricht/anzieht: Vielleicht ein Gefühl, Erkenntnis, Aha-Erlebnis oder gar eine Sehnsucht oder Gewissheit. Es wird wohl individuell verschieden sein. Diese Bewegtheit können wir als persönliche Resonanz aus seinen Werken empfangen - zunächst im Ansatz und später in Zusammenhängen. So zeigt mir die Berührung mit seinen Werken eine dahinter unsichtbare und doch spürbar strömende Liebe.

Zitat
Bei den letzten drei Bitten an den innereigenen Gott geht es darum, sein eigenes Denken, seine Worte und sein Handeln der Liebe zu unterwerfen.

Wenn man nun diese drei Handlungen im täglichen Leben wirklich umsetzen möchte, ist es dann nicht nötig, sein ganzes Denken, seine Worte und sein Handeln JEDERZEIT mit dem Willen zu kontrollieren? Im Moment stelle ich mir das nahezu unmöglich vor.



Genau so erlebe ich das aus. Es ist mir unmöglich. Entscheidend ist es, zu prüfen, ob ich diese Unterwerfung denn wirklich will. Die Antwort muss ich möglichst tief in mir erfahren. Das ist m.e. nach nötig. Denn Widerstände gegen eine vordergründige Zustimmung liegen im verborgenen Unbewussten.

Das ist die Grundworaussetzung dafür, dass die "Liebe BO-Yin-Ras" in die Bahnen meiner geistigen Entwicklung fließen/leuchten kann..... und nicht in den Winkeln meiner Widerstände aufflammt. Läuft es gut, dann bleibt Mind Control kein Übungsziel. Es wird dann eine wohltuende Lebensgewohnheit im lichten Erleben der Liebe Bo Yin Ras. Es genügt dann die Ausrichtung auf das Erleben dieser Liebe. Solange diese innere Verbindung lebt und mir bewusst ist, ist es leicht. Schwierigkeiten tauchen nach Unaufmerksamkeiten auf. Dann beginnt eigentlich erst der Weg, der eigene geistige Entwicklungsweg.

Liebevoll denken?
- Ja aus dieser innereigenen Begegnung heraus
- aber nicht aus einer eigenen Wunschvorstellung oder Stimmung heraus.

meint

kohlchen

Anna Offline




Beiträge: 68

25.08.2010 13:06
#7 RE: Liebevoll denken? antworten

Zitat von ulriksson
...
Zu Annas Nachdenklichkeit möchte ich sagen, dass mir ein Forum, in dem ich weiß wer mein Mitleser ist und über dessen Meinen ich mir ein Bild machen kann, auch lieber wäre, als ein unkontrolliertes öffentliches Forum. Ob sich sowas im Internet realisieren lässt, weiß ich nicht.
Lichtvolle Grüße
Ulriksson



Lieber Ulriksson,

ja, so was lässt sich schon realisieren. Ich schreibe in einem geschlossenen Forum, in dem man nur Zugang hat, wenn man bereit ist, seine reale Adresse (nicht für alle sichtbar, nur für die Forumsleitung) und seinen realen Namen (für alle angemeldeten Mitglieder sichtbar) anzugeben. Es gehört dort auch dazu, dass man sich vorstellt (es gibt ein Formular mit Fragen, die man beantworten kann oder auch nicht - sie werden aber in den allermeisten Fällen ausgefüllt, und es ist gerne gesehen, wenn man auch ein Foto von sich zeigt). Teilweise kennen sich die Menschen auch persönlich, das macht es leichter.

Es lässt sich vieles machen, die Frage ist eher, ob man es will. Als Bô Yin Râ Leser fühle ich mich erfahrungsgemäß schnell 'stigmatisiert' (um es mal krass auszudrücken) als jemand, der ein spiritueller Spinner ist... oder ist das nur meine höchstpersönliche Sichweise, die sich gar nicht so verallgemeinern lässt?

Wie auch immer, die Erfahrungen in dem geschlossenen Forum emfinde ich als sehr positiv, da die Menschen respektvoll miteinander umgehen. Was nicht heisst, dass das dort eine Kuschelgruppe ist - es geht durchaus zur Sache, aber möglichst nach den Grundsätzen der gewaltfreien Kommunikation und ohne Bloßstellung oder Herabwürdigung von anderen. Denn es ist ja ohne weiteres mit etwas Aufmerksamkeit und Wohlwollen möglich, seinen Standpunkt klar darzustellen, ohne überheblich oder verletzend zu sein und die Meinung oder Sichtweise des Anderen - wie verschieden sie auch sein mag, zu würdigen, auch wenn ich ihr u. U. entschieden und klar widersprechen muss. Wenn Anonymität dazu verleitet, anderen mal so richtig zu zeigen, wo's lang geht, und Dinge zu schreiben, die ich sonst nie schreiben würde, hätte ich sie mit meinem vollen Namen zu verantworten, wird es für mich eher zweifelhaft.

@Albert: vielleicht sollten wir zu dies mal zu einem eigenen Thema machen? Mich würde die Meinung der anderen Forenteilnehmer hierzu sehr interessieren. Mir geht es in dem Punkt so wie Ulriksson: ich würde auch lieber wissen, wer mein Mitleser ist als hier in einem Forum zu schreiben, wo die meisten ausser ihrem Nickname nichts von sich preisgeben (nicht mal, ob sie männlich oder weiblich sind.)

Herzliche Grüße, Anna

Albert Offline



Beiträge: 507

25.08.2010 17:54
#8 RE: Liebevoll denken? antworten

Lieber Ulriksson, liebe Anna, lieber Kohle,

habt recht herzlichen Dank für eure Antworten, die bestimmt auch von anderen Lesern interessiert aufgenommen werden.

Annas Wunsch, einen eigenen Thread über die in diesem Faden gemachten Äußerungen bezüglich eines mehr persönlichen Forums zu machen, werde ich gerne nachkommen.

Näheres findet ihr weiter unten im Forum.

siehe hier:
Zusätzliches Bô Yin Râ Forum?

Liebe Grüße

Albert

Andreas Offline



Beiträge: 131

25.08.2010 18:31
#9 RE: Liebevoll denken? antworten

Hallo Anna und alle Mitlesenden,

auch, wenn ich durchaus nachvollziehen kann, dass viele Forumsmitglieder "passive Mitleser" sind und sich eigener Meinungsäußerung enthalten, fände ich ein "Unterforum", zu dem man nur durch Aufgabe seiner Anonymität Zugang hat, empfehlenswert.

Vielleicht wäre eine Trennung sinnvoll - allgemeine Themen öffentlich wie bisher, alles andere nur nach Registrierung in einem nicht anonymen Bereich. Für mich persönlich kann ich sagen, dass ich wohl in einem solchen Bereich aktiver wäre.

Zum Thema an sich:
Durch liebevolles Denken, durch das möglichst ausschließliche Zulassen positiver Gedanken und das gleichzeitige 'Lassen' der negativen Gedanken erreicht man die "Veredelung des Menschen", wie es viele Mystiker seit dem frühen Mittelalter benannt haben. Interessanterweise habe ich auch in von BYR empfohlener Literatur (z.B. "Das Büchlein des vollkommenen Lebens") immer wieder davon gelesen.

Ich habe für mich eine Formulierung gefunden, die es mir leichter gemacht hat meinen eigenen Willen (oder das, was ich dafür halte) zu kontrollieren: weniger mein profaner irdischer Wille ist mein eigener, sondern in Wirklichkeit ist der ‚Wegweisende Wille‘ mein eigener, weil ewiger und unvergänglicher Wille. Ich muss ihn zulassen und ihm im Menschentier Raum verschaffen. Es geht dann nicht mehr darum, meinen Willen einem anderen Willen unterzuordnen, sondern vielmehr zu erkennen, dass der vermeintlich höhere Wille mein eigentlicher, ursprünglicher Wille ist – der Über-Wille meines Über-Ich, sozusagen. „Dein Wille geschehe!“, bekommt so eine andere Klangfarbe in meinen Ohren.

Und so kommt es -oberflächlich betrachtet- zum zweifachen Ich: Das profane ‚Ich‘ des Menschentieres einerseits, das anfangs für das eigentliche und einzige ‚Ich‘ gehalten wird. Und das ewige ‚Über-Ich‘ andererseits, das ich jedoch erst empfinden können muss, um es erkennen zu können. Diese Empfindungsfähigkeit muss allerdings herangebildet werden und dies ist lebenslange, beständige, sorgfältige und mitunter sehr harte Arbeit. Ich glaube, hieran scheitern die meisten und ich wäre froh, wäre ich meiner selbst - sicher.

Die Willen des profanen ‚Ich‘ und des ‚Über-Ich‘ kollidieren beständig miteinander und stellen mich täglich vor mannigfaltige Herausforderungen; nun ist das ‚liebevolle Denken‘ das wichtigste Instrument für mich, das profane ‚Ich‘ dem ‚Über-Ich‘ anzunähern, mit dem Ziel beide in Einklang zu bringen.

Dies war nun quasi mein verstandesgemäßes, denkgerechtes Aufdröseln des wundervollen Mantra, das noch so viel mehr bedeutet für den, der es empfinden kann:

Wegweisender Wille!
Wolle i n mi r !
Wirke Werden! ! —
O Ü b e r - i c h!
Üb e r - z e u g e mich!
Üb e r - l i c h t e mich!
Wirke W e r de n!
Werde — — I c h ! ! — — —

Es grüßt herzlich: Andreas

Hans Offline



Beiträge: 36

27.08.2010 00:30
#10 RE: Liebevoll denken? antworten

Lieber Albert,
schon lange wollte ich antworten, jetzt sind mir Ulrikson und Anna mit sehr schönen Beiträgen zuvor gekommen und haben fast alles gesagt, was ich Dir auch schreiben wollte. Sie scheinen wohl ähnlich zu empfinden wie ich :-)
Bezüglich Deinem Satz "...um Worte auszusprechen und um zu handeln, muss ja schon vorher alles durchdacht sein..., da geht es mir wie Anna. Die meisten Worte und Taten sind bei mir intuitiv, spontan, aber nicht durchdacht. Stell Dir mal all die kleine Alltagshandlungen vor, wie Haushaltsarbeit, oder die Art auf einen anderen zu zu gehen, die Art wie Du einem anderen die Hand gibst, usw. machst Du all dies völlig durchdacht? Aber auch diese kleine Alltagshandlungen kann man der Liebe "unterwerfen", kann sie liebevoll ausführen.
Dieses Morgengebet empfinde ich wie eine alltägliche Wiederneu-Ausrichtung. Wie eine Uhr, die leicht nachgeht und die man täglich neu stellen muß. Immer wieder, weil wir halt Menschen sind, die immer wieder neu ausgerichtet werden müssen.
Und es genügt nicht nur das Denken der Liebe zu unterwerfen, auch die Worte und Taten,weil sie nicht alle immer durchdacht sind.
Du fragst, ob man sein Handeln jederzeit mit dem Willen kontrollieren muss? Ich glaube nicht (ich meine damit das Wort "kontrollieren"). Ich glaube, wir müssen unseren Willen ausrichten und unsere Gedanken, Worte und Taten der Liebe unterwerfen. Wobei ich das unterwerfen als ein "Darbringen" auffasse. Ich stelle mich der Liebe zur Verfügung, all meine Gedanken, Worte und Taten. Der Körper kann sich nicht vergeistigen, aber der Geist kann sich verkörpern. Und mit dieser Unterwerfung der Gedanken usw. an die Liebe, stelle ich dies alles der Liebe zur Verfügung, damit sie sich hier auf der Erde auswirken, verkörpern kann. Es ist schwer für mich, das was ich meine in Worte zu fassen. Vielleicht konnte ich Dir ein bisschen "rüberbringen"

liebe Grüße, Hans

christoph ( gelöscht )
Beiträge:

30.08.2010 19:54
#11 RE: Liebevoll denken? antworten

Liebe Anna, lieber Albert, Andreas, Hans, Kohle und Ulriksson,

was aus Alberts Gedanken zum "Morgengebet" hier im Forum wurde, finde ich sehr spannend! -
Ob Albert das erwartet / intendiert hat??
Und Ihr schafft es, mich wieder mehr "dazuzuholen"; irgendwie hatte ich (auch) eine Krise mit diesem Forum, konnte aber (auch vor mir selbst) nicht recht sagen "wie und was"...
Vielleicht ändert sich das nun.
(Fortsetzung im neuen Thread.)

Euer Christoph

Albert Offline



Beiträge: 507

05.09.2010 21:31
#12 RE: Liebevoll denken? antworten

Vielen Dank noch einmal für eure Erklärungsversuche, die ich jetzt nicht alle kommentieren möchte, sondern langsam einfach nur "sacken" lassen werde. Irgendwie brauche ich noch Zeit, sie zu verinnerlichen.

Seltsam, beim Lesen des von Andreas geposteten Mantras kam mir spontan der oft zitierte, kurze Satz von Ramana Maharshi ins Bewußtsein: "Du bist DAS". Dieser Ratschlag hört sich so furchtbar einfach ein und man würde meinen, dass doch eigentlich alles recht simpel sei, da man ja schon "DAS", also der neue Mensch, das Neue "ICH" sei und es eigentlich gar nichts mehr zu tun gäbe. Im Grunde genommen wäre es ja nur nötig, eine andere innere Tür zu öffnen und man wäre "da", oder man wäre "DAS". Aber so leicht ist es ja leider nicht. Allerdings ist eine zweite wichtige Aussage Ramanas: "Sei, was du bist", was ja eigentlich schon wieder ein Handeln impliziert.

Herzliche Grüße
Albert

sternennebel Offline



Beiträge: 4

09.11.2010 00:06
#13 RE: Liebevoll denken? antworten

Liebe Anna,
ich bin erst seit gestern bei diesem Forum und weiß nicht, ob du oder irgendjemand anderer das hier lesen wird, aber es ist mir ein Bedürfnis, auf deine Fragen, u.a. auch warum sich relativ wenige Mitglieder äußern, zu antworten. Ich "kenne" BoYinRa schon seit nunmehr mehr als dreißig Jahren (das muss ich zu meiner Schande bekennen), habe alle seine Bücher (mehrmals) immer wieder gelesen und bin noch immer am Anfang des Weges, wenn ich das überhaupt behaupten kann. Aber glaube nicht, dass ich hier irgendwelche Bescheidenheit vorspielen will, das ist ganz einfach eine nüchterne Tatsache. Das also zum meinem "Nichtwerdegang". Im Grunde hast du dir eigentlich die Frage(n) selbst beantwortet: Nur das, was wir uns selbst beantworten können, aus uns heraus, aus unserer Tiefe, die nichts aber schon gar nichts mit dem Verstand zu tun hat, ist das einzig Wichtige. Was ich aber bei einigen dieser Beiträgen bemerke, ist, dass sie allzu akademisch sind, es wird alles analysiert, rationalisiert, es wird versucht, mit dem Intellekt diese Dinge zu begreifen, obwohl BYR immer wieder betont, dass man diese Dinge nur erfahren, erfühlen kann und NICHT verstehen! Und diese Wahrheit habe ich erfahren, bevor ich ihn(BYR) noch kannte. Immer wieder merke ich, dass speziell die Männerwelt dazu tendiert, das Transzendentale zu VERSTEHEN, was NICHT möglich ist, während wir Frauen anscheinend mehr Gespür haben, versuchen, uns dem mit allen Sinnen zu öffnen. Deshalb glaube ich, du hast recht,es hat keinen Sinn, zu lesen, was andere über diese Dinge DENKEN, es wäre VIELLEICHT zweckdienlicher zu lesen, was sie schon ERFAHREN haben (oder auch nicht, wer weiß, vielleicht würde das einige entmutigen oder präjudizieren, wenn sie es nicht in gleicher Form erlebt haben).
Ich bin zufällig auf dieses Forum gestossen, bin neugierig geworden, aber ich glaube nicht, dass ich öfters reinschauen werde oder Beiträge verfassen werde. Es ist mir zu unpersönlich und ich bin überzeugt, dass es mich auf meinem Weg nicht weiterbringen würde. Und den Ehrgeiz, mich zu profilieren, habe ich nicht. Ich hätte lieber eine/n "Weggefährten/In aus Fleisch und Blut. Leider habe ich ihn/sie noch nicht getroffen. Ich wünsche dir viel Glauben an dich selber, und die Liebe zu dir selber. Ich wünsche dir vom ganzen Herzen, dass du dich nicht von anderen beirren lässt, sondern dir selbst vertraust. Sternennebel

Anna Offline




Beiträge: 68

09.11.2010 15:30
#14 RE: Liebevoll denken? antworten

Liebe Sternennebel,

danke für Deinen Zuspruch und Beitrag.

Zum Glück sind nicht alle Männer so wie von Dir angedeutet. Es gibt auch hier viele, die aus eigener Erfahrung schreiben, das ist deutlich zu spüren. Aber zu unpersönlich ist mir dieses Forum nach wie vor und der Ehrgeiz mich zu profilieren ist mir ebenfalls abhanden gekommen, falls er mal bestand.
Ich wünsche Dir von Herzen eine/n Weggefährten/In aus Fleisch und Blut und ich bin unbeschreiblich dankbar, dass ich ihn getroffen habe und den Weg mit ihm gemeinsam gehen kann.

Alles Liebe für Dich und danke für Dein Posting,

Anna

sternennebel Offline



Beiträge: 4

09.11.2010 23:13
#15 RE: Liebevoll denken? antworten

Liebe Anna,
in deinen Worten spüre ich sehr viel Herz, danke für deine lieben Zeilen. Ich freue mich für dich, und klar, es gibt auch Männer, die sich nicht nur von ihrem Verstand leiten lassen. In meinem Umfeld habe ich allerdings noch keinem begegnet, weder Frau noch Mann, der fühlen würde, welche Schätze BYR birgt und so muss ich halt einsam "wandern". Aber, wer weiß, vielleicht ist es besser so, vielleicht würde mich das am Weiterkommen hindern? Unter meinen Freundinnen , die sich durchaus für Esoterik interessieren, ist auch keine dabei, die sich für BYR interessieren würde. Vielleicht habe ich ihnen zuviel vorgeschwärmt? Ja, es sieht so aus, als ob man wirklich "gefunden" werden muss, es muss einem "zufallen", wie mir, sonst ist man vielleicht noch nicht bereit aufzuwachen...
Noch einmal alles Liebe! Sternennebel

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